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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

„Porzellan Voss“ ist nicht mehr

21.01.2017

Nadorst Schluss, aus und vorbei: 150 Jahre nach der Eröffnung hat Geschäftsführer und Inhaber Rainer Plänitz am Freitagabend zum letzten mal die Eingangstür des Geschäfts von „Porzellan Voss“ an der Nadorster Straße verschlossen. „Mit viel Wehmut“, sagt der 60-Jährige. Leicht gefallen ist ihm die Aufgabe nicht: „Doch die Geschäfte liefen in den vergangenen Jahren immer schlechter. Das Internet ist ein zu große Konkurrenz.“

Plänitz hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres die bevorstehende Schließung angekündigt. Seitdem lief der Räumungsverkauf „überragend gut“, wie er sagt. Viele Kunden, aber auch fremde Menschen hätten sich in den vergangenen Wochen von ihm, seiner Familie und dem Geschäft verabschiedet. „Wieder schließt ein alteingesessenes Geschäft in der Stadt. Das stimmt viele Oldenburg traurig und nachdenklich zugleich“, hat Plänitz gespürt. Für ihn und seine Familie sei die Schließung jedoch eine gute Entscheidung gewesen. Von vielen Kollegen habe er gehört, dass das zurückliegende Weihnachtsgeschäft noch nie so schlecht gelaufen sei.

Plänitz bedauert ebenfalls, dass mit seinem Unternehmen ein weiteres alteingesessenes Geschäft in Oldenburg schließt. Aufzuhalten sei diese Entwicklung seiner Einschätzung zufolge aber wohl nicht. Mit Ehefrau Sabine (58) und seinen beiden Schwestern Sabine Stadtlander (46) und Meike Wassmuth (61) arbeitete er in den Verkaufsräumen an der Nadorster Straße eng zusammen.

Die Firmengeschichte reicht in eine Epoche zurück, in der der sogenannte „Tante-Emma-Laden“ die Grundversorgung der Bevölkerung sicherstellte, Einkaufsketten und Warenhäuser noch unbekannt waren. Zu Anfang war der Laden ein „Colonialwaaren“-Geschäft. Im Laufe der Zeit trennte man sich nach und nach von immer mehr Sparten, bis die Bezeichnung „Porzellanhaus“ die Spezialisierung kundtat. Zum Stammhaus in Nadorst kamen zwei Innenstadt-Filialen hinzu.

Firmengründer Johann Voss war gelernter Tischler und rückte 1861 stellvertretend für einen Julius Wilking bei der oldenburgischen Infanterie ein. Er ließ sich den harten Kasernendienst von dem Wehrpflichtigen gut bezahlen, der sich – das war damals möglich – sozusagen vom Wehrdienst freigekauft hatte und einen Ersatzmann schickte. Der Grundstock für einen Existenzaufbau war gelegt.

Er eröffnete mit Ehefrau Doris aus Osternburg einen Laden in Nadorst. Das war damals noch der Bezirk „vor dem Heiligengeisttor“ und als Geschäftsadresse insofern interessant, als hier der Großherzog zwischen Oldenburg und Rastede aus- und einpendelte und auch viel Landvolk hier vorbeizog. Feilgeboten wurde von der Landbutter bis zum Braungeschirr, von der Kernseife bis zur Petroleumlampe alles, was die Leute so brauchten. Bei seinem Tod (1904) hinterließ er Sohn Adolf ein stattliches Erbe.

In der auf Adolf Voss folgenden dritten Generation musste der Briefkopf geändert werden. Das Geschäftshaus Nadorster Straße war an Gretchen Voss übergegangen, und die hatte den Kaufmann Bruno Plänitz aus Sachsen geheiratet. Nächster Firmenchef war Rudolf Plänitz, dessen Sohn Reiner das Geschäft bis zuletzt führte.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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