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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Schwimmbäder: Zusammen 163 Jahre am Beckenrand

13.04.2016

Oldenburg Sie sind mindestens so bekannt wie der Oberbürgermeister, an ihnen geht quasi kein Weg vorbei in Oldenburgs Schwimmbädern, seit Jahrzehnten stehen sie am Beckenrand und sorgen dort für Ordnung und Sicherheit: Elke Winter (59), Horst Grützner (61), Fred Zitterich (54) und Pierre Raddatz (55) sind zusammengerechnet seit 163 Jahren in Diensten der Stadt.

Bekanntheitsgrad hoch

Und ihr Bekanntheitsgrad ist wirklich hoch, wie eine Begebenheit beweist, die Fred Zitterich erlebt hat. Der war vor ein paar Jahren zum Feiern in der Weser-Ems-Halle und wurde von einem etwa 20 Jahre jungen Mann angesprochen. „Moin, Herr Zitterich, kennen Sie mich noch?“ „Nein“, antwortete der Schwimmmeister wahrheitsgemäß. „Ich habe doch bei Ihnen die Seepferdchenprüfung bestanden, da war ich fünf Jahre alt.“ Zitterich konnte sich an den kleinen Jungen von damals natürlich nicht erinnern, er selbst hat aber offenbar bleibenden Eindruck hinterlassen. Zumal die Schwimmmeister bei den Kindern und Jugendlichen im Alltagsleben präsent bleiben – beim Schwimmunterricht der Schulklassen beispielsweise oder beim Badbesuch mit Freunden oder der Familie.

Gemeinsamer Dienst

Doch der Vorfall beweist: Die drei Schwimmmeister und die Schwimmmeistergehilfin repräsentieren gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen die Bäder, sie stehen an vorderster Front. Im Winter sorgen sie gemeinsam im Olantis Huntebad für Sicherheit, im Sommer zur Freibadsaison trennen sich ihre Wege. Elke Winter und Horst Grützner kommen dann im Flötenteichbad zum Einsatz, Fred Zitterich und Pierre Raddatz bleiben an der Hunte.

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Ihre Erinnerungen reichen weit zurück in eine Zeit, als die Schwimmmeister noch echte Respektspersonen waren. Heute sind auch ihre Qualitäten als Animateure gefragt. Mitte der 50er-Jahre war das Flötenteichbad eröffnet worden, weiß Raddatz. „Es gab nur ein Becken“, erzählt er weiter, „umgezogen wurde sich in Baracken.“ Erst 1977 wurde das Flötenteichbad modernisiert. Sie erinnern sich auch noch an das am 24. August 1882 eröffnete Schwimmbad an der Huntestraße 5 mit den Wannen und Brausen. In der Badeanstalt betrieben die Oldenburger Körperpflege, die zuhause über kein Badezimmer sondern allenfalls über Waschtröge verfügten. Erst 101 Jahre später, also 1983, wurde es geschlossen – obwohl das gegenüberliegende Hallenbad am Berliner Platz zwischenzeitlich längst eröffnet worden war.

Die Geschichte der Oldenburger Schwimmbäder ist auch die Geschichte der Schwimmmeister, die mit den Bädern den Wandel der Zeit erlebten, sie als Kinder selbst im alten von hölzernen Umkleidekabinen umgebenen Bad im Naturwasser der vorbei fließenden Hunte badeten und später dann im modernisierten Schwimmbad mit Becken Aufsicht schoben. Die Bäder an der Huntestraße und das Hallenbad Berliner Platz sind längst geschlossen und abgerissen, geblieben ist das mehrfach um- und ausgebaute Huntebad, das den marketinggerechteren Namen Olantis hinzubekam. „Die Ansprüche der Gäste sind gestiegen“, weiß Raddatz.

Die Erinnerungen an die alten Zeiten haben die vier Kollegen in Fotoalben festgehalten. Zu sehen sind Bilder von Weihnachtsfeiern, gemeinsamen Ausflügen oder Grillfesten. Über die Jahre hinweg ist das gute kollegiale Verhältnis bestehen geblieben. Viele Stürme haben sie gemeinsam überstanden.

Ruhiger geworden

Nachmittags ist es bedeutend ruhiger geworden, hat Raddatz beobachtet, der für diese Entwicklung die Ganztagsschulen verantwortlich macht. Die Kinder und Jugendlichen haben nachmittags keine Zeit mehr, um ins Schwimmbad zu gehen, stellt er mit Bedauern fest. Dem Spaß an ihrer Arbeit tut das aber keinen Abbruch – dafür entschädigen die vielen  Kontakte, die bei der Aufsicht am Beckenrand entstehen. Und das ist auch heute im hochmodernen Olantis mit Sauna-, Wellness-, Sport- und Erlebniswelt so. Vielleicht macht auch das ein Stück Lebensqualität in Oldenburg aus.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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