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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Zusammen wohnen und etwas schaffen

07.07.2017

Ostenburg Inklusion möchten viele. Wo das Miteinander richtig und völlig unkompliziert gelebt wird, das konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jetzt bei der „Bürger-Führung“ der Oldenburger Bürgerstiftung auf dem alten Bahlsen-Gelände in Osternburg bei der Baumhaus Werkstatt GmbH erfahren. „Inklusion heißt auch Vernetzung untereinander“, sagt Bettina Unruh, die Geschäftsführerin der Baumhaus Werkstatt und Vorstandsmitglied bei der Bürgerstiftung.

Im neuen Hotel

Unruh kann einige Beispiele anführen, wo behinderte und nicht behinderte, alte und junge Menschen wunderbar zusammenleben und gemeinsam wirken können. Das beste Beispiel, wie Menschen vereint etwas schaffen können, ist das neue Hotel „Villa Stern“. Die Wäsche wird in der nahen werkstatteigenen Wäscherei gewaschen, das Essen kommt aus dem Restaurant „Café Herz“, die Fahrräder, die jeder Gast kostenlos leihen kann, werden von der Fahrradwerkstatt, unter der Leitung vom Zweiradmechaniker Drees Renken von den Werkstattmitarbeitern gepflegt und instandgesetzt. Die Seife, die in jedem Zimmer liegt, wird in der Seifen-Manufaktur hergestellt.

Auch der Tourismus in Oldenburg wird von dort gefördert: Wenn ein Hotelgast gern noch um 18 Uhr die EWE-Arena sehen möchte, führt ihn Arne Krüger-Brörken mit dem Fahrrad dort hin und erläutert ihm auf dem Weg auch noch die Schönheiten der Hunte-stadt. „Das macht riesigen Spaß“, erzählt Krüger-Brörken. Er „ist von Anfang an dabei“, wie er sagt und hat an verschiedenen Positionen lange Zeit auch im „Café Herz“ in der Küche gearbeitet. Jetzt ist er im Hotel „Villa Stern“ im Service tätig. Wer nicht gern selbst kocht, kann ja auch im Restaurant „Café Herz“ sein Mittagessen einnehmen. Rund 300 Essen werden hier täglich für Kindergärten, für die Menschen in der Baumhaus Werkstatt und eben auch für Tagesgäste, die spontan vorbeikommen, gekocht. Der wöchentliche Speiseplan ist auf der Homepage zu sehen.

Die Hälfte von den 140 Mitarbeitern haben geistige oder körperliche Einschränkungen. „Unsere Aufgabe ist es, Menschen mit seelischen, körperlichen oder intellektuellen Einschränkungen zu unterstützen, um an der Gesellschaft und am Arbeitsleben teilzuhaben. Spezifische Beeinträchtigungen bewerten wir nicht als Defizit, sondern als individuellen Ausdruck des Menschen“, bestätigt die Geschäftsführerin.

Klares Prinzip

„Im Mehrgenerationenhaus der Hermine-Kölschzky- Stiftung werden die schönen kleinen Wohnungen nach einem klaren Prinzip vermietet“, verspricht Marianne Briesemeister vom Vorstand des Vereins „Lebenskreise“. 60 Prozent der Wohnungen gehen an Menschen der 60plus-Generation, fünf Wohnungen sind für allein lebende Menschen reserviert, und im Dachgeschoss wohnen Menschen unter 35 Jahren.

„Nach unserem Verständnis haben Menschen mit Beeinträchtigungen in der Entwicklung unserer Gesellschaft eine besondere Bedeutung“, b so Bettina Unruh. „Sie bilden mit ihrer Vielfalt, emotionaler Intelligenz und Langsamkeit einen wichtigen Gegenpol in unserer schnelllebigen Zeit“, meint die Dipl.-Pädagogin. Also seien diese Menschen nicht nur Hilfeempfänger, sondern auch Dienstleister.

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