Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Welttag der Biene Imkerverein Oldenburg über Imkerei und Naturschutz

Dörhte Heuer Rainer Lisowski
Emsig bei der Arbeit: Die Bienen in Etzhorn haben schon viele Waben gebaut und füllen sie mit Honig.

Emsig bei der Arbeit: Die Bienen in Etzhorn haben schon viele Waben gebaut und füllen sie mit Honig.

Susanne Gloger

Oldenburg - Bienen sind beliebt. Bienen liegen im Trend. Das ist Grund zur Freude – und zugleich zur Sorge. Denn immer, wenn etwas zu „fashionable“ wird, stellen sich Probleme ein. So ist es auch bei der Bienenhaltung.

Die eine Seite sieht Bienenhaltung als einen aktiven Beitrag zum Naturschutz. Hören wir nicht täglich in den Medien vom Insektensterben? Diese Seite übersieht dabei, dass Bienenhaltung in der Tat erst einmal eine Form der nebenberuflichen Landwirtschaft ist. Menschen halten Bienen, weil sie an den Honig wollen.

Und ja: Bienen werden auch in Massen gehalten. Dies ist aus unserer Sicht aber keine Massentierhaltung. Zumindest nicht hierzulande. Aus Filmen wie „More than honey“ kennen wir zwar Bilder einer durchindustrialisierten Bienenhaltung mit hunderten oder gar tausenden von Völkern und entsprechend Millionen von Tieren.

Das Autorenteam

Dörthe Heuer ist 1.Vorsitzende des Imkervereins Oldenburg, seit 2009 Imkerin und auch Referentin für Imkerschulungen.

Prof. Dr. Rainer Lisowski ist 2. Vorsitzender des Imkervereins Oldenburg und Obmann für Öffentlichkeitsarbeit.

So sieht die Imkerei in Deutschland aber nicht aus. Der ganz überwiegende Regelfall sind hier Hobbyimker, die im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich Bienenvölker halten. Und mehr und mehr Menschen geht es dabei gar nicht um den Honig. Übrigens: Die Zahl der Bienenvölker in Oldenburg im Jahr 2022 ist ganz erheblich kleiner als noch vor 70 Jahren.

Vor- und Nachteile

Die andere Seite glaubt, dass Bienenhaltung dem Naturschutz schadet, weil die Honigbiene andere Insekten, insbesondere Wildbienen verdrängt. Richtig ist, dass Honigbienen ihren wilden Schwestern gegenüber evolutionäre Vorteile haben: Sie sind Generalisten und nicht auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. Sie betreiben gut organisierte Arbeitsteilung. Das Argument lautet: Honigbienen machen Wildbienen daher die Nahrung streitig.

Haben alles unter Kontrolle: Tamara und Labeeb Al Chammas überprüfen die Bienenkästen auf dem Verlagsgelände in Etzhorn regelmäßig.

HEUTE IST WELTTAG DER BIENEN Am Oldenburger Honig wird fleißig gearbeitet

Susanne Gloger
Oldenburg

Diese Seite übersieht, dass Honigbienen vor allem das Massenangebot suchen (Kastanien, Linden, Obstbäume) und dabei blütenstetig sind, also bei einer einmal entdeckten Futterquelle bleiben. Sie sind kaum bis mäßig an dem kleinen Blütenangebot interessiert, das für Wildbienen überlebenswichtig ist. Unterschiedliche Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, wie stark die Nahrungskonkurrenz ist.

Das wahre Problem

Am Ende ist das Problem wie immer nicht das Tier, sondern der Mensch, der dahinter steht. Und wie er mit den Tieren umgeht, mit welchen Zielen und Motiven er Bienen hält. Gerade in den städtischen Imkereivereinen halten in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen Bienen, um etwas gegen das Insektensterben zu unternehmen und den Folgen für alle anderen Tiere entgegen zu wirken.

Wir beide selbst beobachten den positiven Effekt: Generationen von Kohlmeisen haben wir mit unseren Imkereien in unseren Gärten schon durchgefüttert. Und ebenso beobachten wir, dass diejenigen, die sich mit der Imkerei beschäftigen, generell ihr Verhalten gegenüber Insekten verändern. Beispielsweise, indem Gärten gezielt umgestaltet und insektenfreundlicher gemacht werden.

Eine Hummel voller Pollen.

WILDBIENEN IN OLDENBURG Vermeintlicher Hummel-Mangel hat seinen Grund

Susanne Gloger
Oldenburg

Was brauchen wir noch? Wir brauchen einerseits bei Imkern und Imkereiinteressierten die Einsicht, dass Bienenhaltung nicht gleich automatisch Naturschutz ist. Wir brauchen die Einsicht, dass wir uns als Imkerinnen und Imker politisch stark machen sollten für die uns nahen Themen des Naturschutzes: Mehr Freiflächen, mehr Blühstreifen, mehr Totholzhecken und so weiter. Wir brauchen aber auch dort, wo Naturschutz und Imkerei sich treffen, Zusammenarbeit statt Spaltung.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Dortmunds Karim Adeyemi (Mitte l) in Aktion. Der BVB setzt sich ein zweites Mal gegen Paris Saint-Germain durch und steht damit im Finale der Champions League.

SIEG GEGEN PARIS SAINT-GERMAIN Dortmund steht im Finale der Champions League

Heinz Büse Jan Mies
Paris
Ein Wahlplakat des sächsischen SPD-Spitzenkandidaten zur Europawahl, Matthias Ecke hängt an der Schandauer Straße im Stadtteil Striesen an einem Laternenmast. Der sächsische SPD-Spitzenkandidat zur Europawahl, Matthias Ecke, ist beim Plakatieren im Dresdner Stadtteil Striesen angegriffen und schwer verletzt worden. Beim Befestigen von Wahlplakaten am späten Freitagabend schlugen vier Unbekannte auf den 41-Jährigen ein, wie Polizei und Partei am Samstag mitteilten.

SCHUTZ VON POLITIKERN Innenminister wollen schärfere Strafen prüfen

Dpa
Potsdam
Sie geben Orientierung im Evangelischen Krankenhaus (v.l.) Andreas Hoppe, Elli Fitzner, Gertrud Wessel-Terharn und Pastorin Anke Fasse.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS IN OLDENBURG Sie geben Orientierung und Sicherheit im Krankenhaus-Dschungel

Anja Biewald
Oldenburg
Kommentar
Oliver Braun

ZUR ABSAGE DES DEMOKRATIEFESTES IN SCHORTENS Ideologiebefreit Probleme lösen

Oliver Braun
Verfolgt seinen Plan: Oldenburgs Cheftrainer Pedro Calles (links) spricht mit Deane Williams.

VOR AUSWÄRTSSPIEL IN ULM Baskets-Coach Pedro Calles blendet Rennen um Platz acht aus

Niklas Benter
Oldenburg