Ich könnte Skandale aufdecken: die Grünen, die mit einer PS-starken CO 2 -Schleuder Wahlwerbung verteilen; der OB, der aus Partnerstädten importierte Hundewelpen aus dem Kofferraum verkauft; die GSG, die die Miete erhöht, um in der Firmenzentrale goldene Wasserhähne installieren zu können (alles natürlich reine Fiktion!). Die Leserinnen und Leser, die mich am Tag nach der Veröffentlichung auf der Straße träfen, würden mich fragen: „Und wie geht’s Hase?“

Tatsächlich kann ich schreiben, was ich will, ich werde auf nichts so häufig angesprochen wie auf meine Katzen-Kolumne. Ob Leser am Telefon am Ende eines Gesprächs, Offizielle am Rande von Presseterminen oder sogar wildfremde Menschen, denen ich bei privaten Radtouren begegne: Immer wieder wird sich nach Hases Befinden erkundigt.

Kolumne
Wird’s lustig wie bei „Petterson und Findus“ oder blutig wie bei „Saw“? Kater Hase trifft auf die Hühner.

„EIN ZUHAUSE FÜR HASE“ Hat der Kater die neuen Hühner zum Fressen gern?

Patrick Buck
Oldenburg

Kratzt das an meinem journalistischen Selbstbewusstsein? Ist man nicht Redakteur geworden, um den Menschen die wichtigen Dinge in der Welt näherzubringen, und nicht, um seichte Geschichten ohne wirkliche Relevanz unters Volk zu bringen? Ja und nein. Natürlich habe ich diesen Beruf gewählt, weil ich es für sehr wichtig halte, dass Menschen gut informiert sind. Ganz nebenbei habe ich jedoch offensichtlich einen Weg gefunden, zumindest einen Teil von ihnen gleichermaßen gut zu unterhalten.

Die Katzen-Kolumne schreib ich, weil es mir Spaß macht. Und es motiviert mich ungemein, dass es vielen Menschen offenbar Freude bereitet, sie zu lesen. Es darf also auch ab und zu ein wenig tierisch seichte Unterhaltung sein. Schlechte Nachrichten, müssen wir schon häufig genug verkünden. Wie geht’s Hase? Keine Sorge, Sie werden es lesen.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)