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NWZonline.de Oldennerd

Sieben Gründe, warum die alten Folgen die besten sind

11.10.2018

Oldenburg Die Gilmore Girls werden volljährig! Vor ziemlich genau 18 Jahren, am fünften Oktober 2001, flimmerte die erste Folge der Kult-Serie über die US-amerikanischen Bildschirme. Ab 2004 war sie auch in Deutschland zu sehen, im Nachmittagsprogramm auf Vox. Dort habe auch ich sie, damals knapp 13 Jahre alt, zum ersten Mal gesehen – der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Und Startschuss für eine bis heute anhaltende Serien-Leidenschaft.

Auch damals, lange vor Netflix und Co, war ich schon eher der Binge-Watching-Typ und habe dank DVD-Boxen ganze Wochenenden mit Lorelai und Rory, kannenweise Tee und meiner besten Freundin auf dem Sofa verbracht. Seit dem gilt: Sobald die Luft nach Herbst riecht, sich die Blätter langsam gelb und rot färben und die erste Kürbissuppe auf den Tisch kommt, bimmelt in meinem Kopf die Türglocke von Lukes Diner.

Nach sieben Staffeln und 153 Folgen war 2007 vorläufig Schluss mit den Gilmore Girls. Gute zehn Jahre später reagierte Netflix auf das Flehen vieler Fans und veröffentlichte mit „Ein neues Jahr“ eine Miniserie, die in vier Folgen jeweils in Spielfilmlänge die Erlebnisse einer Jahreszeit erzählt.

Für Gilmore-Girls-Neulinge und als kurze Gedächtnis-Auffrischung für alle, deren letzter Besuch in Stars Hollow schon länger her ist:

Wer sind die Gilmore Girls doch gleich?

Die Gilmore Girls, das sind zunächst einmal Lorelai, Geschäftsführerin eines Hotels, und ihre 16-jährige Tochter Rory. Die beiden leben in der fiktiven Kleinstadt Stars Hollow im US-Bundesstaat Connecticut. Zu Beginn der Serie wechselt Rory auf eine Privatschule. Da sie das Schulgeld nicht zahlen kann, wendet sich Lorlei wiederwillig an ihre Eltern, Emily und Richard Gilmore, zu denen sie seit Jahren kaum Kontakt hat. Die geben ihr das Geld, fordern aber eine Gegenleistung: Lorelai und Rory müssen jeden Freitagabend zum Essen kommen. Familie allgemein und Mutter-Tochter-Verhältnisse im Speziellen sind dann auch zentrale Themen der Serie.

Daneben geht es um Freundschaften und Liebe, um Karrieren und Lebenswege. Begleitet werden die Gilmore Girls dabei von liebenswürdigen und bisweilen schrulligen Freunden und Stadtbewohnern. Da gibt es den meist grummeligen, eher wortkargen Luke, dessen Diner die Grundversorgung der Gilmore Girls sicherstellt; die lebensfrohe und chaotische Sookie, Lorelais beste Freundin und Köchin in ihrem Hotel; Rorys beste Freundin Lane, die ihre Leidenschaft für Rockmusik vor ihrer streng religiösen Mutter versteckt – und noch viele mehr.

Netflix hat zum Start seiner Mini-Serie zu jeder Staffel eine knapp einminütigen Rückschau zusammengestellt, kommentiert von Kirk – dem wohl schrägste Charakter der Serie, der mit seinen ständig wechselnden Jobs und seiner exzentrischen Art regelmäßig für Irritation und Erheiterung seiner Mitmenschen sorgt.

7 Gründe: Die alten Gilmore Girls sind die besten!

1. Wegen der großartigen Dialoge

Schnell, schlagfertig und bisweilen scharfzüngig: Lorelai Gilmore ist die unangefochtene Königin der Wortgewandtheit. Egal mit wem sie spricht – ob mit Tochter Rory (die ihrer Mutter in Sachen Redekunst in nichts nachsteht), dem mürrischen Luke oder ihrer pedantischen Mutter Emily: Es gibt kaum einen Dialog, den man nicht aufschreiben, kaum eine Antwort, die man sich nicht für den passenden Moment merken möchte. An das Tempo der Unterhaltungen muss man sich und seine Ohren wahrlich gewöhnen: Während in einem „normalen“ Dialog um die 150 Wörter pro Minute fallen, sind es bei den Gilmore Girls zwischen 200 und 250.

Einige Highlights:

Lorelai: „Ich bin eine erwachsene Frau!“ Rory: „Sagt die Frau mit dem Hello-Kitty Waffeleisen!“ (Staffel 2, Folge 4)

Emily: „Du hast also telefoniert?“ Richard: „Ein Ferngespräch.“ Lorelai: „Mit Gott?“ Richard: „London.“ Lorelai: „Gott lebt in London?“ Richard: „Meine Mutter lebt in London.“ Lorelai: „Deine Mutter ist Gott?“ Richard: „Lorelai.“ Lorelai: „Dann ist Gott wirklich eine Frau.“ Richard: „Lorelai!“ Lorelai: „Und mit mir verwandt, ist das cool! Am besten mache ich gleich mal eine Wunschliste.“ (Staffel 1, Folge 18)

Luke: „Sie ist noch nicht da.“ Lorelai: „Auch gut. Aber dann musst du mich wohl solange unterhalten, fürchte ich. Also, Burgerboy, tanze.” Luke: „Willst du mich heiraten?“ Lorelai: „Was?“ Luke: „Nur ein Versuch, dich zum Schweigen zu bringen!“ (Staffel 1, Folge 6)

Rory: „Okay, unser Haus brennt und du kannst mich oder die Torte retten, was würdest du tun?“ Lorelai: „Das ist nicht fair, die Torte hat keine Beine!“ (Staffel 2, Folge 3)

2. Weil man danach den eigenen Kaffeekonsum total okay findet

Kein Wunder, dass die Gilmore Girls so schnell reden und denken – bei den Mengen an Kaffee, die sie tagtäglich in sich hineinschütten. Das Lifestyle-Magazin Stylight hat mal mitgezählt: 397 Tassen Kaffee trinken die beiden in sieben Staffeln; davon Lorelai allerdings fast doppelt so viele wie ihre Tochter. Dass das Mach-mich-wach-Geränk eine heimliche Hauptrolle in der Serie hat, lässt bereits die allererste Szene vermuten: In dieser läuft Lorelai durch Stars Hollow, zielstrebigen Schrittes zu Lukes Diner, und steht dann mit einer großen Tasse und flehendem Blick vor dessen Tresen:

Lorelai: „Bitte, Luke. Bitte, bitte, bitte!“ Luke: „Wie viele Tassen hast du dir heute schon genehmigt?“ Lorelai: „Keine.“ – Luke: „Bis auf?“ Lorelai: „Fünf. Aber Deiner ist besser.“ Luke: „Du hast ein Problem.“ Lorelai: „Ja!“ – Luke: „Junkie.“ Lorelai: „Engel. Dich hat der Himmel geschickt, Baby.“ (Staffel 1, Folge 1)

3. Weil man dabei ohne schlechtes Gewissen hemmungslos Junkfood essen kann

Pizza, Cheeseburger, Pommes, Hot Dogs, Eiscreme, Pop Tarts, Frühlingsrollen, Erdnussbutter – die Gilmore Girls lieben Fastfood, Fertigessen und Süßigkeiten. Selber kochen? Fehlanzeige. Ein typischer Gilmore-Tag schlägt dabei mit gut 4000 Kalorien zu Buche, das hat zumindest die Huffington Post ausgerechnet.

Schöner Kontrast: Köchin Sookie in der Hotel-Küche dabei zuzuschauen, wie sie zu jedem Anlass das passende Festmahl zaubert. Sie ist immer auf der Suche nach den besten und frischesten Zutaten, probiert ständig neue Rezepte und Gerichte aus und ist dabei stets um Perfektion bemüht. Ob Mini-Sandwiches für eine Puppen-Party, Liebeskummer-Soulfood oder eine mehrstöckige Hochzeitstorte –Sookie hat immer das richtige Menü auf Lager.

Die drei besten Food-Szenen: Lorelai dekoriert für Rory – die eine geplante Asien-Reise absagen musste – die Wohnung im bunt-fernöstlichen Stil und serviert unter anderem: Nachtisch-Sushi (Staffel 7, Folge 2); Emily isst das erste Mal Fast Food (Staffel 4, Folge 15); das Drama um Sookies „magisches Risotto“, das ein Restaurant-Kritiker frecherweise nur als „gut“ bewertet (Staffel 1, Folge 4).

4. Weil man sofort Lust bekommt, ein Fest zu feiern

Es gibt wohl kaum einen offiziellen oder inoffiziellen Feiertag, der in Stars Hollow nicht gebührend zelebriert wird. Ob Weihnachten, Thanksgiving oder Valentinstag: Zu jeder Jahreszeit dekorieren die Stadtbewohner ihre Häuser, schmücken mit viel Liebe Straßen und Plätze. Und als wenn das noch nicht aufwendig und bunt genug wäre, wartet die Stadt mit allerlei eigenen, bisweilen skurrilen Festen und Veranstaltungen auf. Ob und wie gefeiert werden soll und welcher Stadtbewohner welchen Job übernimmt, wird in den wöchentlichen Stadtratssitzungen durchaus heftig diskutiert – ein Show-Highlight, zudem sich Lorelai und Rory vorher regelmäßig mit Popcorn eindecken.

Meine Top 5: Das Festival der lebenden Bilder (Staffel 4, Folge 7), der 24-Stunden Tanz-Marathon (Staffel 3, Folge 7), der Strickathon (Staffel 7, Folge 9), die Picknickkorb-Versteigerung (Staffel 2, Folge 13) und das Lichterfest (Staffel 1, Folge 16).

5. Weil man mit jedem Mal Anschauen mehr von den unzähligen popkulturellen Anspielungen versteht

Gegen die Gilmore Girls kommt man sich schnell wie ein Popkulturbanause vor. Denn: Die beiden Mädels – und auch einige der anderen Serien-Charaktere – sind ziemliche Nerds. In jeder Lebenslage fällt ihnen eine passende Filmszene ein, ein Lied oder Promi-Schicksal. Die Zitate und Anspielungen sind häufig sehr knapp, manchmal reicht ein Name oder ein Wort, und schon weiß die andere Bescheid. Eine besondere Vorliebe teilen Lorelai und Rory für alte Schwarzweiß- und Stummfilme, Filmabende zu Hause oder im kleinen Stadtkino gehören regelmäßig zur Abendplanung. Mit ihrer besten Freundin Lane kann Rory dagegen ausgiebig über Musik philosophieren – beispielsweise darüber, ob sich eine trübsinnige Stimmung eher nach Joy Division, Nick Cave oder Johnny Cash anfühlt.

6. Weil sie motivieren, mal wieder ein gutes Buch zu lesen

Bücher sind vor allem Rorys Leidenschaft. Ganze 339 liest sie in den ersten sieben Staffeln – denn niemals verlässt sie das Haus, ohne ein Buch in der Tasche zu haben. Von Edward Albees „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ bis zu Carlos Ruiz Zafóns „Der Schatten des Windes“ schmökert sie sich dabei quer durch die Literaturgeschichte. Am liebsten tauscht sie sich mit ihrem Großvater Richard über klassische Werke aus. Aber auch mit Dean, ihrem ersten Freund, verbindet sie die Begeisterung für Bücher. Wer Lust hat, auf Rorys literarischen Spuren zu wandeln, kann bei „Rorys Reading Challenge“ mitmachen – eine Liste mit allen Titeln kann man im Internet einfach finden.

7. Weil sie die Vorfreude auf den Winter schüren

Irgendwie gemütlich, wie nach Hause kommen – so beschreiben viele Fans (mich eingeschlossen) die Atmosphäre der Serie. Entsprechend eignet sie sich ganz besonders für dunkle, kalte Herbst- und Wintertage. Und wenn Lorelai mit Begeisterung und strahlenden Augen verkündet, dass sie den ersten Schnee des Jahres riecht – dann entfacht sie damit in einem selbst auch eine leise Vorfreude auf den Winter.

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