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NWZonline.de Oldennerd

Die Geheimnisse seiner besten Horrorgeschichten

22.12.2017

Oldenburg Breites Grinsen, spitze Zähne, rote Nase und die Lieblingsspeise: Kinderfleisch. Der Clown Pennywise trieb nicht nur in der fiktiven Kleinstadt Derry sein Unwesen, vor einigen Wochen konnte man sich auch in den deutschen Kinos vor Stephen Kings Monsterclown schön gruseln.

Für NWZ-Mitarbeiterin Sarah Pohl ist das allerdings nur die zweitbeste Art, sich von den Geschichten Stephen Kings erschauern zu lassen. Als echter King-Fan liest sie lieber die Romane – und weiß inzwischen ziemlich genau, was die Leser an Kings Geschichten so fasziniert.

Nicht nur auf den Leinwänden erwachen Kings Horrorgeschichten aktuell zum Leben, auch neue Bücher erscheinen immer wieder auf dem Markt. Sein neues Werk „Sleeping Beauties“ (September 2017) schrieb er zusammen mit seinem Sohn Owen. Darin geht es um ein Leben ohne Frauen. Was würde passieren, wenn sie einschlafen und sich ein Kokon um ihren Körper legt? Wecken verboten, ansonsten werden die Frauen zu blutrünstigen Bestien.

Als großer Horror- und Thrillerfan besteht meine Büchersammlung zum größten Teil aus den Werken von Stephen King. Viele seiner Geschichten lassen einen grübeln:

Wie entstehen seine fesselnden Gruselstorys – angelehnt an Ängsten und Schwächen der Menschen? Sind es vielleicht persönliche Erlebnisse, die ihn auf derartige Ideen bringen?

„Nehmen Sie meinen Arm. Halten Sie sich gut fest. Wir werden eine Reihe dunkler Orte besuchen.“ (Stephen King)

Der Meister des Horrors

Zunächst einmal: Wer ist überhaupt dieser Stephen King? Ein angesehener US-amerikanische Schriftsteller (geboren am 21. September 1947 in Portland), der sich ab Mitte der 1970er einen Namen als Erfolgsautor von nervenzerreißenden Horror- und Mysterythrillern erschuf. Bis heute hat er weltweit mehr als 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft. Außerdem schrieb King unter zwei Pseudonymen: Richard Bachman und John Swithen.

„Zum Erfolg gibt es keinen Lift. Man muss die Treppe benützen.“ (Emil Oesch)

Dieses Zitat beschreibt den Lebenslauf des Schriftstellers ziemlich genau, denn auch er musste so einige Stufen hinter sich lassen, um die Ebene des Erfolges zu erreichen. Seine Kindheit verbrachte King ohne Vater, da dieser mit dem Vorwand, Zigaretten holen zu gehen, seine Frau und die beiden Söhne für immer verließ. Mit wenig Geld kam die kleine Familie über die Runden.

Mit seiner Frau Tabitha gründete Stephen schnell eine eigene Familie. Ein Job als Englischlehrer und ein Nebenjob in der Wäscherei waren vorerst die einzigen Einnahmequellen. Das finanzielle Plus erlangte die Familie durch Kings Gruselgeschichten. 1976 war der erste Roman „Carrie“ geboren. Auf den ersten Erfolg folgten weitere Bestseller wie Shining (1977) und Es (1986).

Wer mehr Einblicke in das Leben von King und die Entstehung seiner Romane bekommen möchte, dem kann ich die Autobiografie „Das Leben und Schreiben“ (1999) empfehlen.

Alkoholsucht und Drogenkonsum

„Das Schreiben verursacht kein Leid, es wird aus Leid geboren.“ (Stephen King)

Bekannt und kein Geheimnis: Stephen King war drogen- und alkoholabhängig. Die Betonung liegt auf WAR, ein Glück.

Aus gelegentlichen Bieren hat sich der tägliche Griff zur Flasche entwickelt. Dazu kam die Drogensucht. King hat am Rande der Zurechnungsfähigkeit funktioniert, mit der Angst, der Arbeit als Schriftsteller nicht mehr nachgehen zu können. Das Schreiben ohne Suchtmittel war für ihn auf einmal undenkbar. Seine Abhängigkeit einsehen? Nein, das wollte er (vorerst) nicht.

„Doch ein Teil von mir, der Geschichten schreibt, der Teil tief im Inneren […] wusste, dass ich Alkoholiker war, dieser Teil wollte das nicht einsehen. […] Er rief auf die einzige Weise um Hilfe, die er kannte: durch Geschichten und Monster.“ (Stephen King: Das Leben und das Schreiben).

Furchtbare Situationen überwand er mit Hilfe seiner Geschichten. Eine Flucht in die Fantasiewelt. Zum Glück hat der Schriftsteller, auch dank seiner Frau Tabitha, die Begierde nach Suchtmitteln besiegt.

Aber in vielen seiner Bücher bleibt dieses dunkle Kapitel ein starkes Handlungselement.

In dem Interview mit Moderator Markus Lanz erfahrt mehr über Stephen King, auch über seine Sucht.

Misery – Wenn die Realität zur Horrorgeschichte wird

„Schreiben ist nicht das Leben, aber manchmal kann es einen Weg zurück ins Leben bieten.“ (Stephen King)

Ein Blick zwischen die Zeilen:

Der Roman „Sie“ (im englischen Original „Misery“) aus dem Jahr 1987 handelt von dem Schriftsteller Paul Sheldon, der durch einen Autounfall in die Fänge des psychotischen Fans Annie Wilkes gerät. Somit wird sein Kampf ums Überleben gleichzeitig ein Kampf gegen die geisteskranke Bewunderin.

Dem Spiegel verrät King, dass Annie Wilkes sein Delirium darstellte.

„[…] Sie war mein Delirium. Sie war meine Metapher für meine Sucht. Eine verrückte Krankenschwester.“ (Stephen King im Spiegel-Interview)

Der Spiegel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-83679152.html

Besonders gut hat mir das Zusammenspiel der Figuren Paul Sheldon und Annie Wilkes gefallen. Pauls Hass gegenüber der kranken Annie waren deutlich zu spüren. Etwa durch Beschreibungen wie diese:

Der Gestank Annies war wie „(…) eine Mischung aus Vanilleplätzchen und Schokoladeneis und Hühnersoße und Erdnussbuttertoffee“ (Roman „Sie“).

Die Suchtmittelabhängigkeit wird metaphorisch skizziert: Annie Wilkes als Sinnbild der Abhängigkeit.

„Letztendlich traf Annie Wilkes die Entscheidung für mich, die verrückte Krankenschwester aus „Sie“. Annie war der Stoff, Annie war der Suff, und ich sagte mir, ich wollte nicht länger ihr ans Haus gefesselter Schriftsteller sein.“ (Stephen King)

Lebenslauf, Bücher und Verknüpfungen

Auch andere King-Werke lassen erkennen, dass die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen:

Shining (1977)

Ein Mann. Eine Axt. Jede Menge Mordlust.

Der Roman „Shining“ (1977) handelt von Jack Torrance, einem alkoholkranken Autoren und ehemaligen Lehrer, der für die Wintermonate mit seiner Familie das verlassene Overlook-Hotel bezieht, um der Tätigkeit als Hausmeister nachzugehen. Mit der Zeit wandelt sich die vorhandene Schreibblockade des Familienvaters in ansteigende Mordlust.

Jack Torrance birgt autobiographische Züge, die Themen sind Schreibblockade und Alkoholsucht. King verrät, dass ihm erst später bewusst wurde, wie er sich damals selber mit dem alkoholkranken Schriftsteller Jack Torrance dargestellt hatte.

Doctor Sleep (2013)

Doctor Sleep ist die Fortsetzung von Shining. King erzählt seinen Fans, wie es mit Jack Torrances Sohn Danny weitergeht. Dieser leidet wie sein Vater an der Alkoholsucht. Trocken werden, leichter gesagt als getan. Besonders wenn man auf ein Mädchen trifft, das das Shining besitzt.

Um von dem Alkoholverlangen loszukommen, besucht Danny die Anonymen Alkoholiker. Hier wird eine Verbindung zu Stephen King deutlich, denn auch er besuchte zur damaligen Zeit die Anonymen Alkoholiker.

Zutaten für die perfekte Geschichte

Und wie entstehen nun Kings Horrorstorys?

Der Mix aus kreativen Ideen und persönlichen Erlebnissen geben den fantasiereichen Storys einen realistischen Hauch. Heraus kommen Geschichten, die mit den Ängsten der Leser spielen. Erdachte Charaktere werden mit realistischen Eigenschaften versehen. Und wenn man aufmerksam liest, erkennt man Charaktere, die dem Autor ziemlich ähneln…

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