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NWZonline.de Oldennerd

„warcraft Iii: Reforged“ Im Test: Warum Blizzard mit der Neuauflage die Fans enttäuscht

15.02.2020

Oldenburg Mit „Warcraft III: Reforged“ wollte der Entwickler Blizzard den einstigen König der Echtzeit-Strategiespiele neu auflegen und die Fans waren von der Idee begeistert. Doch jetzt, kurz nach dem Erscheinen des Spiels, sieht das ganz anders aus. Ob sich die Anschaffung trotzdem lohnt und wieso die Fans so sauer sind, erfahren Leser in diesem Testbericht.

Knapp 18 Jahre ist es her, da erschien „Warcraft III: Reign of Chaos“ und legte damit den Grundstein, der Spielern bis heute im Gedächtnis geblieben ist. Das Spiel bietet eine absolut fesselnde und spannende Geschichte, Zwischensequenzen, die sich heute noch sehen lassen können, einen fantastischen Soundtrack und vieles mehr. Doch nicht nur die Kampagne konnte überzeugen, ein Grund wieso „Warcraft III“ immer noch von vielen geliebt wird, ist der Multiplayer. Zufallsmatches gegen andere Spieler, Ranglisten, Gilden sowie Profile und nicht zu vergessen, die Möglichkeit eigene Karten und ganze Spielmodi zu designen. Ohne „Warcraft III“ hätte es vielleicht nie „League of Legends“ gegeben, welches heute eins der erfolgreichsten Spiele weltweit ist. Was soll da bei einer Neuauflage schon schiefgehen?

Die Kampagne hält nicht ihr Wort

Die Kampagne von „Warcraft III: Reforged“ ist immer noch großartig. Wir bekommen sowohl die Geschichte von „Warcraft III: Reign of Chaos“ als auch die Erweiterung „The Frozen Throne“, was für insgesamt mehr als 60 Missionen sorgt. An der eigentlichen Geschichte hat sich nichts geändert, nur einige wenige Missionen wurden im Design angepasst. Hier ist auch schon der erste Knackpunkt: Während der Vorstellung von „Warcraft III: Reforged“ auf der Blizzcon (Blizzards hauseigener Messe) versprach uns der Entwickler, dass die Geschichte erweitert wird und uns so mehr Inhalte bieten soll. Dies sollte dazu führen, dass die Figuren, die im Warcraft-Universum über die Jahre wichtiger geworden sind, auch in diesem Spiel gewürdigt werden. Doch davon ist im Spiel nichts enthalten.

Genauso fehlen die neu überarbeiteten Ingame-Zwischensequenzen. Diese sollten deutlich detailreicher ausfallen, als es im Original noch der Fall war. Gezeigt wurde dies auch im offiziellen Trailer, der immer noch auf der Webseite zum Spiel zu finden ist. Doch im Spiel selbst ist davon nichts zu sehen. Zwar ändert dies nichts an der hervorragenden Geschichte aber schade ist es allemal.

Was dafür geändert wurde, ist die Sprachausgabe: Das komplette Spiel wurde neu vertont. Dadurch hat „Warcraft III: Reforged“ auch die neuen, eingedeutschten Namen von Gegenständen und Orten erhalten. Wen dies schon bei „World of Warcraft“ gestört hat, den wird es jetzt erst recht stören. Wer das Spiel allerdings noch nie gespielt hat, wird sich an einer durchweg guten und hochwertigen Synchronisation erfreuen. Eine Option, auf das Original umzuschalten, wäre aber dennoch schön.

Eine Grafik wie sie sein sollte

Grafisch hingegen lässt sich an der Neuauflagen absolut nichts schlechtes finden. Alle Modelle der Charaktere wurden aufwendig neu gestaltet, die Gebäude sehen toll aus und der Charme der alten Version ist nicht verloren gegangen. Wer möchte, kann sogar auf die alte Grafik umschalten. Hier merkt der Spieler, wie viel Liebe zum Detail in „Warcraft III: Reforged“ geflossen ist.

Technik mit Macken

Leider ist ein Teil, in den weniger Liebe geflossen ist, die eigentliche Technik. Während das Spiel bei einigen Spielern überhaupt nicht läuft, kommt es bei anderen immer wieder zu Framerate-Einbrüchen, Soundbugs oder Abstürzen. Auf dem zur Verfügung gestellten Testsystem lief das eigentliche Spiel zwar flüssig, aber der Startbildschirm hatte extreme Probleme mit der Framerate. Auch die Zwischensequenzen wurden nicht flüssig wiedergegeben. Das ist schade und man kann nur hoffen, dass Blizzard diese Probleme schnell behebt. Zusätzlich fehlen wichtige Komfort-Funktionen, wie das freie Belegen der Tasten welches immer noch nur über eine separate Textdatei mit einigem Aufwand möglich ist. Zudem kommt es bei einigen Spielern zu dem Fehler, dass sich die Kampagne in der alten Grafik nicht spielen lässt oder der Fortschritt immer wieder verloren geht. Hier gibt es noch viele Baustellen.

Wo ist mein Multiplayer?

Das einstige Herzstück für viele war immer der Multiplayer von Warcraft III. Doch in der Neuauflage ist dieser eines der größten Probleme. Features, die im Original noch enthalten waren und auch in der Neuauflage versprochen wurden, fehlen vollständig. Ranglisten, Clans und Profile mit Spielerstatistiken sucht man vergebens. Auch Turniere sind nicht mehr möglich. Zusätzlich machen Lags, Verbindungsabbrüche und das schlechte Match-Making Probleme. Auch die selbst von Spielern erstellten Kampagnen (Custom Campaigns), die sich im alten Warcraft III größter Beliebtheit erfreuten, werden in Reforged nicht mehr unterstützt. Dazu kommt noch das alle Rechte der neuen, von Spielern erstellten Karten, direkt an Blizzard übergehen. Zwar kann man hier argumentieren, dass der Entwickler aus seinem alten Fehler gelernt hat, trotzdem ist dies ein klarer Bruch mit der Community, die das Original so lange am Leben erhalten hat.

Wer jetzt allerdings denkt: „Dann spiele ich halt weiter das Original“, schaut leider auch hier in die Röhre. Blizzard hat „Warcraft III: Reign of Chaos“ auf den Client der Neuauflage geupdatet, so fehlen die Inhalte auch in der alten Version und die Richtlinien sind die gleichen. Dazu kommen die technischen Probleme der neuen Version.

Die Aufregung ist verständlich

„Warcraft III: Reforged“ ist insgesamt sicher kein schlechtes Spiel, aber die Aufregung der Käufer lässt sich nachvollziehen. Viele versprechen wurden gebrochen, Inhalte, die früher vorhanden waren, sind es jetzt nicht mehr und die Originalversion lässt sich auch nicht mehr wie früher spielen. Wer 30 Euro für ein Spiel ausgibt, möchte auch gerne das bekommen, was ihm versprochen wurde. Trotzdem sind die Bewertungen auf Metacritic nicht gerechtfertigt. Wem es nur um die Geschichte geht, bekommt genau das, was er früher auch schon hatte – nur mit neuer Grafik. Es ist zwar schade um die versprochenen Inhalte, aber das macht das Spiel als solches nicht schlechter. Trotzdem hätte eindeutig besser kommuniziert werden müssen.

Fazit

„Warcraft III: Reforged“ ist nicht das Spiel, was man sich gewünscht und ersehnt hat. Die Grafik und Geschichte überzeugen immer noch, trotzdem haben Spieler vor Augen, was hätte sein können. Blizzard hat mit der Neuauflage ganz klar einen Fehler in der Kommunikation begangen. Die fehlenden Features sind unverzeihlich, genau wie die technischen Probleme. Lieber hätten die Macher das Spiel noch um ein halbes Jahr verschieben sollen. Trotzdem macht gerade das erneute Durchspielen der Kampagne extrem viel Spaß. Wer das Spiel noch nie gespielt hat, kein Interesse am Multiplayer besitzt und einfach nur die Story genießen will, wird mit dem Kauf sicherlich nicht allzu viel falsch machen, vorausgesetzt es läuft flüssig. Ob Blizzard die Baustellen noch beheben kann und die fehlenden Inhalte nachliefern wird, muss die Zeit zeigen, wünschenswert wäre es.

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