Osnabrück - Die Ermordung seiner Ehefrau soll ein Mann aus Uelsen in Niedersachsen als Suizid vertuscht haben. Der 44-jährige Niederländer muss sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Osnabrück wegen Mordes verantworten. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wollte sich die 41-jährige Ehefrau nach der Zwangsversteigerung des gemeinsamen Hofes von ihrem Mann trennen und zurück in die Niederlande ziehen. Das Paar hat drei Kinder im Alter von fünf, acht und elf Jahren.
Bislang hat der Fernfahrer die Tat bestritten und angegeben, seine Frau zu Hause tot an der Treppe hängend gefunden zu haben. Nach der Obduktion der Leiche kamen aber Zweifel an dieser Aussage auf. Zum Prozessauftakt am Mittwoch äußerte sich der Mann noch nicht, es wurde nur die Anklage verlesen. „Seine Ehefrau wollte sich schon länger von ihm trennen“, sagte der Staatsanwalt. Das Paar war zehn Jahre lang verheiratet.
Laut Staatsanwaltschaft hatte die Frau ihrem Mann telefonisch mitgeteilt, dass sie ihn verlassen wolle, als er beruflich in Frankreich war. Er habe sie verdächtigt, eine Beziehung zu einem anderen Mann zu haben. Daraufhin sei der Ehemann vorzeitig nach Uelsen zurückgekehrt. „Er stürzte mit großer Wut in das Haus“, sagte der Staatsanwalt. Dort habe er seine Frau in den Keller gedrückt und mit einem Seil erdrosselt. Dann habe er die Tat so aussehen lassen, als ob sich die Frau selber erhängt habe.
Für den Prozess sind bislang bis September neun Folgetermine festgesetzt. Die vier Schwestern des Opfers treten als Nebenklägerinnen auf.
