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NWZonline.de Region Osnabrück

Niedersachsen Und Bremen: Mindestens 100 Missbrauchsopfer in katholischer Kirche

24.09.2018

Osnabrück /Hildesheim Mindestens 100 Minderjährige sind in der katholischen Kirche in Niedersachsen und Bremen in den vergangenen Jahrzehnten Opfer von Kindesmissbrauch geworden. Einzelheiten dazu wollen die Bistümer Osnabrück und Hildesheim am Dienstag parallel zur Vorstellung einer bundesweiten Missbrauchsstudie der katholischen Kirche vorlegen. Während in Osnabrück Generalvikar Theo Paul die Osnabrücker Ergebnisse für die Studie erläutern will, hat der neue Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer ebenfalls Zahlen aus dem Bistum sowie eine Videobotschaft angekündigt.

Die Bundesuntersuchung wird während der Herbstvollversammlung der katholischen Bischöfe in Fulda (24. bis 27. September) veröffentlicht. Wie vorab bekannt wurde, benennt die Studie 3677 Opfer von Kindesmissbrauch innerhalb der katholischen Kirche und mindestens 1670 mutmaßliche Täter für den Zeitraum von 1946 bis 2014. Der Missbrauch wurde laut der Studie im Ministrantendienst, beim Religionsunterricht oder in der Erstkommunions- oder Firmungsvorbereitung angebahnt.

Wie das Bistum Osnabrück bereits vorab bekannt gab, wurden in den 70 Jahren, die die Untersuchung abdeckt, insgesamt 35 Beschuldigte und 68 Opfer ermittelt. „Beschämt müssen wir heute schon feststellen, in welch furchtbarem Ausmaß sich Geistliche unserer Kirche dieses Verbrechens schuldig gemacht haben“, schrieb der Generalvikar an die Mitarbeiter. Für viele sei dies auch eine sehr persönliche Frage der Betroffenheit, meinte Theo Paul. Die systematische Aufarbeitung des Missbrauchs in der Kirche stehe erst am Anfang. „Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Aufdeckung von Machtstrukturen, die Missbrauch begünstigen, um noch genauer zu verstehen, wie es zum Missbrauch in der Kirche kommen konnte.“

Das Bistum Hildesheim wollte vorab keine Zahlen aus der Untersuchung bekannt geben. 2010 waren aber bereits im Bereich des Bistums 37 Missbrauchsfälle oft aus weit zurückliegenden Jahrzehnten ermittelt worden. Außerdem hatte eine vor knapp einem Jahr vorgelegte unabhängige Studie dem Bistum Hildesheim jahrzehntelange schwerwiegende Versäumnisse im Umgang mit Missbrauchsfällen angelastet. Die Gefährdung von Minderjährigen sei vom Bistum demnach wissentlich in Kauf genommen worden. Selbst nach Bekanntwerden massenhaften Missbrauchs in katholischen Einrichtungen 2010 habe das Bistum im Fall eines Serientäters nur zögerlich reagiert.

Bischof Wilmer sprach sich nun für eine weitere Aufarbeitung aus: „Im Umgang mit diesem schwierigen und komplexen Thema müssen wir einen Weg der Hoffnung und Heilung beschreiten“, schrieb Wilmer in einem Brief an alle Mitarbeiter des Bistums. „Davon bin ich zutiefst überzeugt und dafür werde ich mich mit aller Kraft einsetzen.“

Grundsätzlich hatten die Bistümer Hildesheim und Osnabrück von 2010 an ihr Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch bereits erheblich professionalisiert. In Osnabrück gibt es als Ansprechpartner für Missbrauchsopfer einen Präventionsbeauftragten, einen externen Experten sowie eine Frauenärztin. Sämtliche Priester und alle, die in der Kirche mit Jugendlichen zu tun haben, wurden geschult.

Dies geschah ebenfalls im Bistum Hildesheim, wo es neben einer Präventionsbeauftragten auch einen separaten Ansprechpartner für Missbrauchsopfer sowie fünf externe Experten gibt. Außerdem gibt es für Kirchenbeschäftigte einen Leitfaden mit klaren Regeln und Richtlinien sowie einer Selbstverpflichtungserklärung, in der Kirchenmitarbeiter explizit von seelischer, körperlicher oder sexueller Gewalt Abstand nehmen.

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