Emden - Obwohl er bereits am 28. Januar seine zweite Impfung bekommen hat, hat sich ein Emder, der regelmäßig Besucher der Tagespflegeeinrichtung im „Haus am Zingel“ ist, offenbar mit Corona infiziert. Entsprechende Informationen unserer Redaktion bestätigte am Mittwoch Einrichtungsleiter André Göring auf Anfrage.
Mitarbeiter und Bewohner werden regelmäßig mit Schnelltests auf Corona untersucht. Die Tests hätten bei dem Betroffenen im Vorfeld aber nicht angeschlagen. „Das hat uns überrascht“, so Göring. Nach dem Positiv-Befund wurden die Kontaktpersonen innerhalb der Einrichtung ermittelt und unter Quarantäne gestellt. Derzeit betrifft das 13 Bewohner.
Dass Menschen trotz zweier Impfungen an Corona erkranken können, ist spätestens seit Beginn der Woche offensichtlich, als bekannt wurde, dass sich 14 Bewohner eines Pflegeheims bei Osnabrück trotz Impfung infiziert haben. Der Impfstoffhersteller Biontech geht davon aus, dass Geimpfte zu 95 Prozent vor einer Erkrankung geschützt sind – ein Restrisiko bleibt also. Die Hoffnung ist allerdings, dass Erkrankte nach einer Impfung einen deutlich milderen Krankheitsverlauf haben. Danach sieht es auch beim aktuellen Fall im Haus am Zingel aus. Nicht nur, dass die Schnelltests nicht angeschlagen hatten, auch sei der Bewohner vor dem Testzeitpunkt symptomfrei gewesen, sagt Einrichtungsleiter Göring.
Auch nachdem ein Großteil des Personals und der Bewohner geimpft wurde, sei in den letzten Wochen mit den gleichen Sicherheitsvorkehrungen in der Einrichtung gearbeitet worden wie zuvor. „Wir wissen ja noch gar nicht, wie gut die Impfung tatsächlich schützt. Jetzt nachlässig zu werden, wäre deshalb fahrlässig“, sagt Göring.
Auch die Emder Impfärztin Cathrin Leuffert hatte in der vergangenen Woche gegenüber unserer Redaktion betont, dass auch Geimpfte unbedingt die Corona-Regeln weiterhin einhalten müssen. Nicht nur, um selbst geschützt zu sein, sondern auch, weil weiterhin unklar ist, ob Geimpfte trotzdem das Virus weitertragen können.
