Altfunnixsiel - Mit dem Fahrrad war nun keiner da. Dabei könnte man wirklich behaupten, dass der Landkreis Wittmund fahrradfreundlich ist, wo doch an 62 Prozent aller Kreisstraßen Radwege zu finden sind. Gestern wurde ein weiteres Teilstück eingeweiht.
Mit dem obligatorischen Durchschneiden des Absperrbandes hat Landrat Holger Heymann den bereits Ende 2019 fertiggestellten ersten Radwege-Neubauabschnitt an der Kreisstraße 14 bei Altfunnixsiel offiziell eingeweiht. Wegen der Corona-Pandemie konnte der offizielle Akt bisher nicht durchgeführt werden. Er wurde somit jetzt im kleinen Kreis geladener Gäste nachgeholt. Dabei waren auch der Wittmunder Bürgermeister Rolf Claußen und Frank Buchholz, Leiter des Niedersächsischen Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr in Aurich, sowie der stellvertretende Landrat Heiko Willms.
Der weitere Ausbau – die Weiterführung des Radweges mit dem nächsten Bauabschnitt Richtung Werdumer Altendeich – ist mit dem Baustart des nächsten Teilstücks im kommenden Frühjahr vorgesehen. Das fertige Teilstück zwischen Schwarzehörn (nahe Einmündung K12/Waterstraat) und Altfunnixsiel (westlich Harlebrücke) ist in Asphaltbauweise auf einer Länge von 1,75 Kilometern und auf einer Breite von durchgehend zwei Metern hergestellt worden. Billig war das aber alles nicht, betonte Landrat Heymann. Die Gesamtkosten inklusive Grunderwerb liegen bei 963 000 Euro, von denen der Landkreis rund 30 000 Euro aus Eigenmitteln aus dem Kreishaushalt aufbringen musste. 577 800 Euro flossen aus Landesmitteln sowie 85 200 Euro aus dem Radwegetopf des Bundesumweltministeriums.
Die Länge des Radwegenetzes an Kreisstraßen beträgt jetzt genau 106,617 Kilometer. Im Zuge der weiteren Baumaßnahmen ist auch die Verlegung der Harlebrücke (2023/2024) geplant. Insgesamt verteilt sich der Radwege-Neubau allerdings wegen der Verlegung zweier Brücken (über das Altharlinger Sieltief und die Harle) auf einen Zeitraum von etwa fünf Jahren. Mehr als drei Millionen Euro wird die Maßnahme insgesamt kosten.
Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen lobte das Teilstück als weiteren wesentlichen Beitrag zum Gesamtkonzept – auch im Hinblick auf den Tourismus. „Mit den zahlreichen Radwegen können wir wirklich werben“, so der Verwaltungschef. Frank Buchholz sprach im Hinblick auf die vielen Radwegebauarbeiten auch von gelebtem Klimaschutz. Gern würde auch der Landkreis noch mehr in dieses Wegenetz investieren. Aber pro Jahr gibt es nur die Förderung für einen Radweg, so Heymann. Und auf der Prioritätenliste stehen so viele, betonte er, „dass wir bis 2030 sicher noch ausgelastet sind“.
