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NWZonline.de Region Ostfriesland

Gedenken in Aurich an Kriegsgefangene: Versöhnung über den Gräbern

18.09.2021

Aurich in Tannenhausen: Das Seminar mit deutschen und russischen Jugendlichen zur Friedensarbeit und Völkerverständigung konnte auch im zehnten Jahr pandemiebedingt nicht durchgeführt werden. Alternativ fand eine Gedenkveranstaltung im kleinen Rahmen auf dem Russenfriedhof in Tannenhausen statt. Daran nahmen 25 Personen teil, berichtet Heinz Kleemann für die Initiatoren. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch Tillmann Kleemann-Anders, Tomke Lüpkes und Brigitte Kleemann. „Die berührenden Musikbeiträge fanden sehr großen Anklang bei den Zuhörern“, so Kleemann. Zwischen 1942 und 1945 starben in Tannenhausen 236 Kriegsgefangene.

Aurichs Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) hob in seiner Begrüßung die Bedeutung der Kriegsgräberstätte in Tannenhausen und die Deutsch-Russischen-Seminare für die Erinnerungskultur in Aurich hervor. Die Projektgruppe konnte neben Bürgermeister Horst Feddermann auch die stellvertretende Landrätin Antje Harms, den stellvertretenden Bürgermeister Hinrich Röben, eine Delegation der Stadt Emden sowie drei junge russische Frauen begrüßen, die bereits an Seminaren teilgenommen haben. Ksenia Rieken, Dariia Pozhinskaja und Maria Reznikowa verlasen von ihnen verfasste Texte, in denen sie die Bedeutung der Seminare und die damit verbundenen Emotionen darstellten. Lehrer Alwin de Buhr las einen Text von Carl Osterwald (90), der als Zeitzeuge 2018 an einem deutsch-russischen Seminar teilnahm und über seine Kriegserlebnisse auch in Russland berichtet hatte.

Für Daria Pozhinskaja war in diesem Rahmen eine Begegnung mit dem Pastor im Ruhestand Carl Osterwald nachhaltig. „Ich weiß immer noch, wie mich das Treffen beeindruckte, einer Person ’von der anderen Seite’, die aktiv an den Kriegsereignissen teilgenommen hatte“, sagte sie. Seine Erzählung sei „sehr spannend“ gewesen und habe „viele uneindeutige Fragen“ aufgeworfen, sagte die Russin. Beispielsweise, ob es immer eine Wahl gibt oder aber auch nicht. Oder wie wir mit unserer Vergangenheit und der Verantwortung dafür umgehen sollen“, stellte sie fest.

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Die Kriegsgräberstätte mit einer Geschichts- und Erinnerungstafel wurde in Tannenhausen 2011 offiziell eingeweiht, 70 Jahre nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg (1939-1945). Es handelt sich um ein Schulprojekt von Auricher Schülern in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Sechs Hauptschüler hatten die Schicksale von Rotarmisten erforscht, die von 1942 bis 1945 im Marineartilleriezeugamt (MAZ) in Tannenhausen arbeiten mussten. Bis Kriegsende starben bis zu 236 sowjetische Kriegsgefangene infolge von Hunger, Krankheiten, schwerer Arbeit und Misshandlungen in Tannenhausen.

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