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NWZonline.de Region Ostfriesland

Trauergruppe im Auricher Hospiz: „Die Trauernden wurden einfach vergessen“

28.09.2021

Aurich Ihre Arbeit war in den vergangenen Monaten so wichtig wie noch nie zuvor und gleichzeitig auch so herausfordernd wie nie: Antje Graf und Insa Henseler sind Trauerbegleiterinnen im Hospiz in Aurich. Die beiden Frauen leiten seit zwei Jahren dort gemeinsam die geschlossene Trauergruppe Ankerplatz für Erwachsene. Wie wichtig ihre Arbeit gerade in Pandemiezeiten werden würde, hätten die beiden vor ein paar Jahren nicht erwartet.

Trauersprechstunden per Telefon

Der Lockdown im vergangenen Jahr sorgte dafür, dass die beiden ausgebildeten Trauerbegleiterinnen eine Zeit lang keine Gruppentreffen und Einzelgespräche anbieten konnten und auf Telefonsprechstunden wechseln mussten. „Das war schon sehr anstrengend für uns und auch für die Trauernden“, blickt Antje Graf zurück. Durch das Telefon konnten sie nicht sehen, wie die Gemütslage der Trauernden war. „Ich war dann auch selbst verunsichert. Wir haben immer versucht einen positiven Abschluss zu finden, aber man fragte sich am Ende dann schon: Was passiert jetzt nach dem Auflegen?“, erklärt Insa Henseler. Umso mehr freute es die beiden Frauen dann, als sie wieder Einzelgespräche und ab Mai auch Gruppentreffen anbieten durften. Dabei merkten sie schnell: Sie wurden gebraucht. Viele Trauernde wollten nach den Treffen kaum nach Hause gehen. „Gerade die Pandemie hat es noch schwieriger gemacht. Das Thema Einsamkeit kam bei uns sehr oft auf“, so Graf. Normalerweise versuchen die beiden Trauerbegleiterinnen die Trauernden dann an ihre Stärken zu erinnern und ihnen somit Ressourcen an die Hand zu geben, doch das war aufgrund des Lockdowns oft gar nicht möglich. Die Pandemie habe da vieles erschwert und für Verunsicherung und Angst gesorgt.

Pandemie erschwerte Trauerarbeit

Auflagen bei Beerdigungen und die fehlende körperliche Nähe aufgrund strenger Hygienevorschriften legten Trauernden Steine in den Weg und ließen sie oft den Verlust des geliebten Menschen viel schlechter verarbeiten. So war es oft nicht möglich, den Angehörigen seines Wunsches entsprechend zu beerdigen. Auch traditionelle Trauerrituale, wie die ostfriesische Teezeremonie mit allen Bekannten und Nachbarn nach der Beerdigung, mussten wegfallen. „Die Trauernden wurden einfach vergessen“, stellt Graf rückblickend fest. Die Gruppentreffen in der geschlossenen Trauergruppe und die Einzelgespräche gaben vielen wieder Sicherheit und wurden gut angenommen. Jedes Treffen war voll besetzt. „Vielen gab das auch eine Struktur zurück, die ihnen aufgrund der Pandemie verloren gegangen ist“, resümiert Henseler. Die beiden Trauerbegleiterinnen wollen bei den Trauernden wieder die Bereitschaft entwickeln ihr Leben selbst zu gestalten, positiv in die Zukunft zu blicken und sich ein Leben ohne den Verstorbenen oder die Verstorbene aufzubauen. Dabei stellen beide Frauen eins klar: „Trauer ist Arbeit und Trauer verschwindet nicht komplett, sie begleitet einen.“

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Die Trauergruppe

Antje Graf und Insa Henseler bieten ab dem 11. Oktober wieder die geschlossene Trauergruppe Ankerplatz für Erwachsene an. Interessierte werden gebeten sich rechtzeitig vorher telefonisch unter 04941- 605 11 82 anzumelden. Dann werden zunächst Einzelgespräche mit den beiden Trauerbegleiterinnen geführt ehe das erste Gruppentreffen im Auricher Hospiz stattfindet. Die Sprechzeiten der beiden Frauen sind montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr.

Die diesjährige geschlossene Trauergruppe findet von Oktober 2021 bis März 2022 alle zwei Wochen jeweils montags von 18 bis 19.30 Uhr statt und von April bis September 2022 alle drei bis vier Wochen ebenfalls montags. Jeder Abend wird dabei einem anderen Thema gewidmet. Die Trauernden erhalten aber die Chance diese mitzugestalten. Gerade das „Reden“ soll aber im Vordergrund stehen aber auch Musikwünsche, Gedichte und Texte können bei der Trauerarbeit helfen und dürfen mitgebracht werden.

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Annika Schmidt Redakteurin / Redaktion Aurich
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