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NWZonline.de Region Ostfriesland

Bürgerforum in Aurich: „Wir müssen Druck für das Klima machen“

30.10.2021

Aurich Die Zeit drängt: Damit die Klimaziele schneller erreicht werden können, soll auch in Ostfriesland der Druck auf die Politik erhöht werden. Dafür sollen bei einem Bürgerforum im Europahaus in Aurich konkrete Forderungen erarbeitet werden. Eingeladen wird für Donnerstag, 4. November, vom BUND Ostfriesland (Bund für Umwelt und Natur Deutschland), und dem Europahaus. Das Forum soll helfen, gemeinsam Forderungen an Entscheidungsträger zu stellen und Menschen aus Ostfriesland zu vernetzen“, erklärt Rolf Runge, Vorsitzender des BUND Ostfriesland. In Kleingruppen wird über Mobilität, Regenerative Energien, Bauen und Wohnen, Landwirtschaft und Ernährung sowie natürliche Kohlenstoffspeicher gearbeitet. Die Ideen sollen in Folgeveranstaltungen mit Experten einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden. Aufgrund der Hygienebestimmungen ist eine Anmeldung unter flemming@europahaus-aurich.de oder unter 04941/952715 dringend erforderlich. Die NWZ sprach mit Rolf Runge vom BUND über die Hintergründe.

 

Frage: Was wollen Sie mit dem Bürgerforum erreichen?

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Ostfriesland-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Rolf Runge: : Viele Landkreise und Kommunen sind aufgerufen, etwas für den Klimaschutz zu tun. Es gibt zwar Koalitionsverhandlungen in Berlin für die Bundesebene, aber auch in den Regionen muss etwas passieren. Leider geschieht hier bislang viel zu wenig. Uns ist deshalb wichtig, dass sich Leute aus der Zivilgesellschaft mit dem Thema befassen. Dies ist der Anfang, um aus dieser Perspektive heraus die Politik zu beraten und unter Druck zu setzen. Wir müssen die Politik auf den Pott setzen. Da muss viel mehr Schwung reinkommen. Es wird ein bunter Haufen sein aus Privaten, Fridays for Future, Scientist for Future oder Umweltschutzgruppen, der am 4. November zusammenkommt.

 

Frage: Warum ist der Klimaschutz für Ostfriesland so wichtig?

Durch den Klimawandel verlieren Millionen Menschen weltweit ihre Lebensgrundlage. Es wird aber auch ungemütlich für die Menschen hier. Mit dem „Land unter“ wird es zwar noch dauern, aber die Hitze wird mit heißen Tagen vermehrt für Dürre-Sommer sorgen. Bei den Landwirten geht das an die Existenz. Sehr hohe Temperaturen macht auch die Gesundheit der Menschen nicht mit, es werden mehr Todesfälle erwartet. Und auch jetzt sieht man schon Folgen: Ich habe zu Hause eine Obstwiese mit regionalen Sorten. Ich hatte im letzten heißen Sommer erstmals Äpfel mit Sonnenbrand. Es wird insgesamt wärmer, so dass hier sogar schon erster Weinanbau betrieben wird. In der Nordsee wandern Fische in kühlere Meereszonen ab und können vor den Küsten nicht mehr gefangen werden. Bei vermehrtem Starkregen saufen ganze Straßen und Grundstücke ab. Tornados sind zwar nicht neu, aber kommen häufiger vor und nehmen an Stärke zu.

Die Zeit wird knapp: Rolf Runge vom BUND Ostfriesland.

 

Frage: Welche alternativen Energieformen kommen für Ostfriesland in Frage?

Die Windenergie ist an Land ausgereizt. Ostfriesland hat hier sein Soll erfüllt. Die Windkraft auf See lässt sich ausbauen. Aber: die Leitungen führen durch das Watt oder unterqueren Inseln. Langeoog zum Beispiel fürchtet um seine Süßwasserlinse. Die Photovoltaik ließe sich noch mehr ausbauen. Doch auf wertvollen Ackerflächen ist dies ein Problem für die Landwirtschaft und bei Wiesen können Flächen für bedrohte Tierarten wie Wiesenvögel wegfallen - also ist das ein Problem. Photovoltaik-Anlagen können aber so aufgestellt werden, dass Landwirtschaft darunter möglich ist.

Frage: Welche Möglichkeiten sehen Sie noch?

Eine vermehrte Nutzung (Flach-)Dächern von Schulen und öffentlichen Gebäuden für Photovoltaik. Auch bei privaten Dachflächen ist mehr möglich, zumal sich Photovoltaik optisch in die Dachziegel integrieren lässt. Kommunen müssen die Nutzung regenerativer Energien bei Baugebieten mehr im Blick haben. In Emden Conrebbersweg soll es keinen Gasanschluss mehr geben; stattdessen Photovoltaik oder Wärmepumpen. Das große neue Auricher Baugebiet Im Timp wurde aber noch wie im vorigen Jahrhundert ohne konsequente Nutzung regenerativer Energien geplant. Ein wichtiges Thema wird die Wasserstoff-Nutzung. Diese ist zum Beispiel für den Schwerlastverkehr wichtig Hierbei ist wichtig, dass die notwendige Energie für die Wasserstoff-Gewinnung aus regenativen Quellen, wie überschüssigem Windstrom, stammt.

 

Frage: Wo kann jeder Bürger sich beim Klimaschutz einbringen?

Neben verantwortungsvollem Verbrauch von Energie in Haushalt und Verkehr kann man zum Beispiel durch den Verzicht auf Torf Moore erhalten, die ein wichtiger CO2-Speicher sind. Dies gilt auch für die Humusbildung durch Kompostieren. Da Bäume und Büsche ebenfalls viel CO2 speichern, ist deren Pflanzung ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Hier bieten die oftmals lückigen Wallhecken in Ostfriesland ein großes Potential, zumal hier eine Nachpflanzung durch Büsche auch für den Artenschutz sehr sinnvoll wäre.

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