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NWZonline.de Region Ostfriesland

Auricher Übernachtungsheim geplagt von Sorgen: Sicherer Hafen für Obdachlose in finanzieller Not

23.09.2021

Aurich  Das Übernachtungsheim für Obdachlose, das vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Aurich betrieben wird, steht vor einem großen Problem: Die finanziellen Mittel reichen nicht mehr aus, um den Betrieb sicherzustellen. Das machte der Vorsitzende des Kreisverbands Aurich, Dieter Düvel, im NWZ-Gespräch deutlich. Das Übernachtungsheim ist für viele Wohnungslose der einzige sichere Hafen. Dort können sie sich waschen und sie finden ein Dach über dem Kopf. Viele können für einen Moment ihre Sorgen vergessen. Jeweils 80 000 Euro bekam die Einrichtung bisher pro Jahr von der Stadt Aurich und dem Landkreis Aurich. Aufgrund der gestiegenen Tarifgehälter reicht das aber nicht mehr aus. Bisher konnte das DRK die Differenz selbst begleichen, aber ein stetiger Mitgliederschwund machen dem Träger selbst finanziell zu schaffen. 

Zuschuss soll Gehaltssteigerungen angepasst werden

Düvel bat kürzlich im Sozialausschuss der Stadt Aurich um eine Anpassung des Zuschusses. Zukünftig sollen die Zuschüsse jedes Jahr so steigen, dass die Tarifgehaltssteigerungen aufgefangen werden. Die Ausschussmitglieder gaben grünes Licht, nun fehlt nur noch eine Zusage vom Landkreis Aurich. Eine entsprechende Anfrage der NWZ in der Kreisverwaltung blieb bis dato unbeantwortet. Düvel ist erleichtert, dass die Stadt einer Angleichung der Zuschüsse an die Tarifgehälter bereits zugestimmt hat: „Es wurde von Jahr zu Jahr schwieriger, die Kosten zu decken“, sagte Düvel. Durch die Anpassung habe die Einrichtung wieder die Chance auf eine schwarze Null.

3000 Übernachtungen pro Jahr im Schnitt

Eigentlich stünden Stadt und Landkreis gemeinsam in der Pflicht, ein Übernachtungsheim zu führen. Doch das DRK habe sich bereit erklärt, diese Aufgabe zu übernehmen, wenn dafür ein entsprechender finanziellen Zuschuss gezahlt wird. Doch welche Bedeutung hat das Übernachtungsheim für Obdachlose? Das zeigt ein Blick auf die Zahlen: 3000 Übernachtungen werden im Schnitt pro Jahr gezählt. Vor der Coronakrise standen 25 Betten zur Verfügung. Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen nur acht. An der Zahl der Übernachtungen hat sich dadurch aber nichts geändert. Denn es sind längst nicht immer die selben Menschen, die dort ein Obdach finden. Neben Obdachlosen, die sich langfristig in der Region aufhalten, gibt es auch viele Durchreisende. Einer davon ist Werner (Name von der Redaktion geändert). Mithilfe der Mitarbeiter des Tagesaufenthaltes und des Übernachtungsheims konnte er sein Leben wieder einigermaßen ordnen. Er hat nun eine Perspektive auf ein anderes Leben. Der 63-Jährige lebt seit mittlerweile drei Monaten in Aurich. Er stammt aus der ehemaligen DDR, wurde nach einer Scheidung aus der Bahn geworfen. „Ich konnte meine Rechnungen nicht mehr bezahlen“, sagte er im NWZ-Gespräch. Und eines Tages stand er dann sprichwörtlich „auf der Straße“. Er schlug sich durch, lebte lange Zeit in großen Städten wie Berlin, Frankfurt am Main, Köln und München. In Aurich hat er erstmals das Gefühl, so etwas wie ein „Zuhause“ gefunden zu haben. Noch schläft er im Übernachtungsheim. Doch er hat eine Wohnung in Aussicht, erzählt er stolz, kann mit 63 Jahren „den Stress nicht mehr“, wie er sagt. Auf der Straße zu leben sei „ein täglicher Kampf ums Überleben“.

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Aike Sebastian Ruhr Redakteur / Redaktion Aurich
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