Aurich - Damit Besucher in Ruhe einen Stadtbummel unternehmen können, sollen Fahrräder in der Tiefgarage unter dem Marktplatz einen sicheren Abstellplatz finden. Diese Idee hat der städtische Fahrradbeauftragte Frank Patschke (59) bei den Überlegungen für eine sichere Unterbringung ins Spiel gebracht. „Dafür müsste ein Aufzug eingebaut werden“, sagte er. Dafür könnten Autoparkplätze umfunktioniert werden. Patsche hatte sich mit Vertretern der Stadt auf die Suche nach geeigneten Plätzen begeben. R einhard Warmulla (Linke) hält diese Idee sogar für einmalig im Nordwesten der Republik. „Damit könnte die Stadt für sich werben“, sagte er.
Zielvorgabe bis 2030 ist der 2019 beschlossene Masterplan Radverkehr. Um schnell eine Lösung zu finden, soll ein Platz direkt an der Nordseite der Markthalle für eine abschließbare Fahrradgarage gefunden werden, in der etwa 50 Räder Platz haben sollen. Dort werden aktuell noch Autos abgestellt. Für Patschke ist die Tiefgarage-Idee eine langfristige Option, die einer gewisse Planung und Vorbereitung bedarf. „Da habe ich offenbar etwas losgetreten“, wunderte er sich selbst über die Resonanz. „Aber wir müssen ja schnell eine Lösung finden“, sagte er.
Dabei wird vor allem an hochwertige E-Bikes, aber auch an Lastenfahrräder gedacht, die vom Lastenradverein Auriculum und der Initiative Lebensqualität und Mobilität für Aurich (Luma) vorgehalten werden. Doch auch andere Fahrräder sollen sicher untergebracht sein, wenn ihre Besitzer in der Stadt unterwegs sind, betonte Ausschussvorsitzender Hans- Gerd Meyerholz (GfA). „Eigentlich haben ja alle Anträge das gleiche Ziel“, gab er zu bedenken. Die Stadt will nun prüfen, welche Möglichkeiten in Frage kommen. Doch eine abschließbare Garage kommt für Meyerholz nicht in Frage, weil er es nicht für die Aufgabe der Stadt hält, dass Fahrräder nicht gestohlen werden. Das sei bei Autos ja auch nicht der Fall, sagte er. Radfahrer müssten sich selbst gegen Diebstahl absichern.
Grünen-Ratsfrau Gila Altmann hält die Idee mit der Tiefgarage für wenig attraktiv. „Ich habe das für einen Witz gehalten, Fahrräder unter die Erde zu packen“, stellte sie fest. Die Grünen hatten 2019 bereits vergeblich vorgeschlagen, die Markthalle selbst zum Parkhaus für Fahrräder umzubauen. Der Antrag wurde abgelehnt.
