Ostfriesland - Tafel-Arbeit während Corona, das bringt besondere Herausforderungen mit sich. So musste auch die Auricher Tafel, die sich in Trägerschaft des Diakonischen Werks befindet, im Zuge des ersten Lockdowns schließen und nach Wiedereröffnung verschiedene Hürden meistern, um die Unterstützung von bedürftigen Menschen auch in Pandemiezeiten möglich zu machen.
Wann konnten die Tafeln wieder öffnen?
Während des ersten Lockdowns wurde hinter den Kulissen eifrig daran gearbeitet, um ein Konzept zu entwickeln, das die Wiedereröffnung der Ausgabestellen möglich machen sollte. Anfang Mai war dies schrittweise dann im Kreisgebiet der Fall. Und das ausgearbeitete Konzept funktioniert. Entsprechend freut sich Diakonie-Geschäftsführer Matthias Caspers darüber, dass die Ausgabe jetzt während des aktuellen Shutdowns an allen Standorten läuft.
Welche Maßnahmen wurden erarbeitet?
Verschiedene Maßnahmen, zu denen auch Abstands- und Hygienevorgaben gehören, sollen dafür sorgen, dass das Infektionsrisiko so gering wie möglich gehalten wird. So sind die Ehrenamtlichen, die alters- oder krankheitsbedingt zur Risikogruppe gehören, zurzeit nicht im aktiven Einsatz. Des Weiteren wurden die Zeiten für die Lebensmittelausgabe entzerrt und die Kunden in Gruppen eingeteilt, um Warteschlangen zu vermeiden. Die Warenausgabe erfolgt momentan an nur zwei Terminen. Pro Haushalt darf in Aurich nur eine Person zur Ausgabe kommen. „Jeder Tafelausweisinhaber hat eine Nummer und dieser ist eine feste Zeit zugeordnet“, erläutert Tafel-Mitarbeiter Ernst Kuntner.
Wenn Lebensmittel von den Geschäften abgeholt werden, trägt der Beifahrer eine FFP2-Maske. Um die größtmögliche Sicherheit, auch angesichts der neuen Coronavariante, zu gewährleisten, sind aktuell auch für alle anderen Mitarbeiter FFP2-Masken bestellt worden.
Wie läuft die Arbeit in der Außenstelle Großefehn?
Ähnlich wird auch bei der Großefehntjer Tafel verfahren. „Wir haben die Ausgabe auf zwei Tage in der Woche, Mittwoch- und Freitagnachmittag, beschränkt“, sagt Detlef Teiwes, Ansprechpartner bei der Außenstelle in Großefehn. Die Leute wurden daraufhin in vier Gruppen unterteilt, damit nicht alle geballt an einem Tag und zu einer Uhrzeit zur Tafel kommen.
Um Warteschlangen vor der Tür zu vermeiden, wurde zudem ein Nummernsystem ins Leben gerufen. „Der Kunde wartet in seinem Auto und bekommt einen Ball mit einer Nummer von eins bis 50. Und in der Reihenfolge der Nummern werden die Leute dann von uns reingewunken“, erläutert Teiwes das Prozedere.
Darüber hinaus kann nur eine Person pro Haushalt zur Ausgabe kommen, es besteht Maskenpflicht, sowohl im als auch vor dem Gebäude, und die Räumlichkeiten werden stets gelüftet. „In der Tafel dürfen sich nur maximal zwei Kunden gleichzeitig, eher nur ein Kunde, aufhalten. Hat der erste einen bestimmten Punkt bei der Ausgabe erreicht, darf der zweite reinkommen und wartet erstmal“, erläutert Detlef Teiwes die Vorgehensweise in Großefehn.
