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Tierschutz Im Landkreis Aurich: Norder Tierfreunde erstatten Anzeige gegen Rinderhalter

05.04.2020

Aurich Verdreckte Wunden, Nahrungsmangel: Im Frühjahr, wo die Nutztiere wieder auf die Weiden gelassen werden, erreichen den Norder Tierschutzverein Aktive Tierfreunde e.V. aktuell zunehmend Hinweise auf Missstände. Bei einem am Donnerstag gemeldeten Fall stehen zwei abgemagerte Kühe auf einer Weide im Landkreis Aurich, teilte der Verein mit.

Ein Tier habe eine handtellergroße Wunde an der Hinterhand, die inzwischen mit Dreck verkrustet ist. Die zweite Kuh weise eine unversorgte Wunde in der Beckenregion auf. „Eine der beiden apathisch wirkenden Kühe scheint zudem unter große Schmerzen an den Klauen zu leiden“, so die Tierfreunde weiter. Die beiden Kühe hätten kaum Nahrung. Das ihnen zur Verfügung stehende Weidestück sei feucht und mit Binsen und dürrem Gras ohne Nährwert bewachsen.

Anzeige liegt Veterinäramt vor

Trotz der Gefahr, dass die Tiere dadurch schneller getötet oder versteckt werden, hat sich der Verein dazu entschieden, die Tierhaltung am Freitag anzuzeigen. Ein Eingreifen durch das Veterinäramt habe bisher aber noch nicht stattgefunden. Am Montagabend wurden die Tiere unverändert vorgefunden. Auf Nachfrage bei der Auricher Polizei sei die Anzeige aber bereits am Freitag direkt an die Veterinärbehörde weitergeleitet worden, so die Tierfreunde.

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Der Verein zeigte sich entsetzt darüber, dass nichts passiert und die Tiere weiter leiden müssen. Sie hoffen, dass das Veterinäramt jetzt schnell aktiv wird und tierärztliche Maßnahmen sowie die Versorgung der Tiere schnellstens umgesetzt werden. „Wären es keine Kühe, die dort lägen, sonders Hunde, hätten diese bestimmt schon Hilfe erfahren, oder sie wären im Tierheim. Bei Nutztieren wird viel zu oft weggesehen. Doch sie leiden genauso wie andere Haustiere, “ so Sonja Lindemann, Erste Vorsitzende der Aktiven Tierfreunde.

Ähnliche Meldungen beispielsweise über humpelnde Schafe am Deich oder schwer verkotete Lämmer erreichen die Tierschützer jedes Jahr, erläuterte der Verein. Bei Haustieren sei das Verfahren häufig einfacher: Werden Auffälligkeiten bei Haustieren wie Hunde und Katzen gemeldet, suchen die Tierschützer den direkten Kontakt zu den Tierhaltern, um konkret zu helfen. Oft sind die Halter bereit, sich helfen zu lassen und etwas für ihre Tiere zu verbessern. Wenn keine Einsicht oder Verbesserungen erreicht werden, erstattet der Verein Anzeige gegen die Tierhalter.

Tiere verschwinden offenbar schnell

Wenn Polizei und Veterinäramt bei einer folgenden Kontrolle Verstöße gegen das Tierschutzgesetz feststellen, erfolgen Auflagen und im Extremfall eine Beschlagnahmung der Tiere. Bei den Nutztieren haben die Tierfreunde hingegen ganz andere Erfahrungen gemacht. Angesprochen auf ein krankes Tier sei ihnen von den Besitzern schon gesagt worden, dass das Tier sowieso zum Schlachter käme, oder dass man kein Geld mehr „in das Tier reinstecken wolle“.

Meist verschwinden die Tiere innerhalb kürzester Zeit von der Weide, so der Verein. Dies lässt die Tierfreunde vermuten, dass die Tiere im Stall versteckt oder vom Schlachter oder Abdecker abgeholt werden. Somit sei das Leid der Tiere nicht mehr zu sehen. Nur einmal hätte ein Rinderhalter den Tierfreunden bisher erklärt, woran das Tier erkrankt ist und wie es vom Tierarzt behandelt werde.

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