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NWZonline.de Region Ostfriesland

Marodes Kanalsystem in Aurich: Schmutzwasser droht ins Grundwasser zu sickern

28.09.2021

Aurich Nicht nur das Auricher Regenwasserkanalsystem ist zum Teil marode und undicht, sondern auch Teile des Schmutzwasserkanals. Etwa 30 der insgesamt rund 240 Kilometer in Aurich sind wartungsbedürftig, wie der Leiter der Stadtentwässerung, Ehlke Ubben, im NWZ-Gespräch sagte. Und im Fall des Schmutzwasserkanals sind Leckstellen deutlich problematischer als beim Regenwasserkanal. Denn es tritt unter anderem mit Fäkalien verunreinigtes Wasser aus und droht ins Grundwasser zu sickern. Ubben bleibt dennoch gelassen: „Die Rohre liegen zum Teil im Lehmboden und der dichtet nach unten hin ab“, so Ubben. Es tritt aber nicht nur Schmutzwasser durch die Leckstellen aus, sondern auch Grundwasser in die Leitungen ein. Dadurch wird die Wassermenge, die durch die Rohre gepumpt und vom Klärwerk verarbeitet werden muss, erhöht: „Fremdwasser ist wirklich ein Problem“, sagte Ubben. Denn am Ende steigen die Kosten. Zum einen, weil durch die gestiegene Wassermenge mehr Wasser aufbereitet werden muss. Zum anderen deshalb, weil die Pumpen mehr Wasser durch die Rohre pumpen müssen. Die Leistung muss angepasst werden und der Wartungsaufwand steigt.

Jahrzehntelange Sanierungsarbeiten

Das Problem des maroden Schmutzwasserkanals lässt sich allerdings nicht kurzfristig lösen. Ubben sprach davon, dass künftig das Ziel angepeilt werde, jährlich ein bis zwei Kilometer pro Jahr zu sanieren. Das heißt, dass es im günstigsten Fall noch 15 Jahre dauert, bis die schon heute maroden Kanalteile saniert sind. Allerdings ist damit zu rechnen, dass innerhalb der nächsten 15 Jahre weitere Teile sanierungsbedürftig werden. Ob und inwieweit das der Fall ist, wird erst beim Befahren der Kanäle mit Kameras deutlich. Jedes Jahr werden etwa 20 bis 25 Kilometer Schmutzwasserkanal mittels einer Kamera auf Schäden untersucht. Bei 240 Kilometern Gesamtlänge dauert es also etwa zehn Jahre, bis jede Stelle einmal inspiziert wurde. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass der Sanierungsbedarf womöglich weitaus höher ist, als bisher angenommen. Denn einige Teile wurden das letzte Mal vor knapp zehn Jahren untersucht.

Zwölf Millionen Euro im günstigsten Fall

Klar ist nur, dass die Sanierung des Schmutzwasserkanals die Stadt Aurich die nächsten Jahre weiterhin begleiten wird. Und auch finanziell wird diese Aufgabe zu Buche schlagen: Im günstigsten Fall rechnet Ubben mit Sanierungskosten in Höhe von 400 Euro pro Meter. Bei derzeit 30 sanierungsbedürftigen Kilometern entspricht dies Kosten in Höhe von zwölf Millionen Euro. Allerdings nur dann, wenn das sogenannte Inliner-Verfahren angewendet werden kann. Dabei wird ein mit Epoxidharz getränkter Schlauch in das bestehende Rohr eingeführt, aufgepumpt und härtet dann aus. Schlussendlich wird der Schlauch wieder raus gezogen und im Rohr bleibt die ausgehärtete Epoxidharz-Schicht bestehen. Das funktioniert allerdings nur, wenn das umgebende Rohr noch in ausreichend gutem Zustand ist. Neben den Kosten für den Schmutzwasserkanal muss die Stadt Aurich auch etwa 80 Millionen Euro für das Regenwasserkanalsystem ausgeben. Es sind 54 Kilometer noch sanierungsbedürftig - und auch das wird die Stadt teuer zu stehen kommen.

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Aike Sebastian Ruhr Redakteur / Redaktion Aurich
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