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NWZonline.de Region Ostfriesland

Naturschützer befürchten Fischsterben: Zuviele Grünalgen ersticken Kanäle

13.08.2021

Aurich Die Wieken und Kanäle in der Region verschlammen zunehmend, die Naturschützer in Wiesmoor und Großefehn schlagen deshalb jetzt Alarm. „Seit vielen Jahren ist das Verschlammen der Wieken in unserer Stadt und in den Gemeinden ein regelmäßig diskutiertes Thema“, stellt Helmut Hanssen, Vorsitzender im Naturschutzbund Großefehn/Wiesmoor fest. Doch genauso regelmäßig werde die Lösung der Problematik wegen „ zu hoher Entsorgungskosten“ einfach verschoben. Zwar sei die Stadt Wiesmoor mit Lösungen für die Entsorgungsprobleme befasst, räumt Hanssen ein. „Wir sehen aber vor Ort, dass sich an der Situation leider nichts ändert“, bedauert er.

Hanssen sieht für seinen Nabu-Beritt vor allem den Entwässerungsverband Oldersum in der Pflicht. Bereits im September 2016 habe der Verband eine Aufreinigung der Wieken in Aussicht gestellt. Doch aktuell spitze sich die Situation in der Luisenwieke zu, lasse keinen Aufschub mehr zu. „Es muss jetzt endlich gehandelt werden“, so Hanssen. Die Luisenwieke sei nahezu vollständig mit einer dicken Algenschicht bedeckt und die Höhe des Wasserstandes betrage an einigen Stellen nur noch wenige Zentimeter. „Trotz der reichhaltigen Regenfälle in diesem Jahr“, gibt Hanssen zu bedenken, der bereits von einem „kloakenartigen Sumpf“ spricht, insbesondere an heißen Tagen. „Es stinkt an diesen Tagen derartig, dass viele Anwohner dann notgedrungen die Fenster geschlossen halten“, betont der Nabu-Vorsitzende.

Und in den vergangenen Tagen habe die Situation einen schon lange befürchteten Höhepunkt erreicht. In der grünen Schlammschicht wurden zunehmend Fischkadaver entdeckt, sieht Hanssen unter der Wasseroberfläche ein Fisch- und sonstiges Tiersterben. Das komme inzwischen Verstößen gegen das Natur- und dem Tierschutzgesetz gleich. Hanssen fordert den Oldersumer Wasserverband sowie auch den Landkreis Aurich als Untere Naturschutzbehörde auf, „endlich sofortige Maßnahmen einzuleiten“.

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Der Entwässerungsverband Oldersum kennt das Problem, das in manchen Wasserläufen vor allem bei warmen Temperaturen im Sommer immer wieder auftritt, weil in den Wieken kein Durchfluss vorhanden ist. Der Eintrag weiterer Nährstoffen würde das Wachstum beschleunigen. Das können Einträge aus der Landwirtschaft oder Häuser sein. „Wir haben wenigstens einige Niederschläge verzeichnet, die frisches Wasser in die Kanäle bringen“, sagte Verbandsingenieur Adolf Wilken. Der Verband werde sich der Sache annehmen, doch vor Oktober sei etwa ein Abschöpfen der Algen aus Artenschutzgründen nicht in Sicht. Zeitnah würden jedoch Proben von dem Wasser und den Algen genommen, um die Belastung zu prüfen. Außerdem müsse nicht nur an die Fische gedacht werden, sondern man müsse aktuell auch Rücksicht auf die Muscheln und Krebse in den Tiefs nehmen.

Der Landkreis Aurich sieht keinen Handlungsbedarf, teilte Sprecher Rainer Müller-Gummels mit. Der Zustand der Wieken werde naturschutzfachlich lediglich darauf hin überprüft, ob der allgemeine Artenschutz (§§ 39/ 44 BNatSchG) eingehalten werde. Des Weiteren stehe die Untere Naturschutzbehörde mit den Gemeinden, dem Entwässerungsverband und dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) im engen Austausch, um beispielsweise die Verbreitung der invasiven Art Papageienfeder zu verhindern. „Die tierschutzrechtlichen Belange obliegen hingegen nicht der Zuständigkeit der Unteren Naturschutzbehörde. Aus wasserbehördlicher Sicht ist derzeit kein Handlungsbedarf gegeben, da der Wasserabfluss gewährleistet ist“, so der Sprecher. Naturschutzfachlich seien derzeit akut keine Maßnahmen erforderlich. „Es ist aus wasserrechtlicher Sicht zu begrüßen, wenn die Gewässerqualität verbessert wird. Ohne eine entsprechende Bestandsaufnahme können erforderliche Maßnahmen jedoch nicht beurteilt werden“, betont Müller-Gummels.

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