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Honigerzeugung in Ostfriesland Imkerboom bereitet Imkern Sorge


In Niedersachsen macht sich ein Imkerboom bemerkbar.

In Niedersachsen macht sich ein Imkerboom bemerkbar.

Aurich - Als „Imkerschwemme“ oder auch „Imkerboom“ wird derzeit ein Trend bezeichnet, der sich in Niedersachsen und auch in Ostfriesland bemerkbar macht. Immer mehr Menschen werden zu Hobbyimkern und wollen sich Bienenvölker halten. „Ich gebe viele Schulungen. Aktuell habe ich 65 Menschen die Imker werden wollen“, berichtet Michael Murra, Vorsitzender der Auricher Imkervereins. Die hohe Zahl an von der Imkerei begeisterten Menschen ist dabei gar nicht das Problem, sondern deren Fachkenntnis, wie Murra deutlich macht. „Unter diesen 65 sind momentan immer zwei bis drei, die die Welt retten wollen. Das ist fatal, denn Imkern ist viel Arbeit und das unterschätzen die meisten“, so der Vorsitzende. Mit Weltrettern meint Murra die Menschen, die die Bienen halten wollen, um die Natur zu schützen, ohne aber vollends hinter der Imkerei zu stehen. Doch diese können mit ihren Bienenvölkern, werden diese nicht richtig gehalten, Völker erfahrener Imker durch Entstehung und Verbreitung von Bienenkrankheiten gefährden.

Michael Murra vom Imkerverein Aurich betrachtet den Imkerboom mit Sorge.

Praxistage werden vernachlässigt

„Diese Leute nehmen meist dann die Praxistage bei einer Imkerschulung nicht wahr und kommen nur zur Theorie. Aber nur die Theorie reicht nicht. Erst in der Praxis wird deutlich, wie viel Arbeit dahinter steckt“, erklärt Murra. Zukünftig soll es daher bei den Schulungen des Auricher Imkervereins eine Mindestanzahl an zu absolvierenden Praxistagen geben. Erst danach soll es dann die Zertifikate und Urkunden für die Neuimker geben.

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Angst vor Bienenerkrankungen

Im Niedersächsischen Landtag wurde kürzlich sogar ein Imkerführerschein beschlossen, um der Imkerschwemme entgegenzuwirken. Die Imkerei in Deutschland unterlag bis jetzt nämlich kaum Regelungen. Dies soll damit geändert und zusätzlich die Ausbreitung und Entstehung von Bienenerkrankungen verhindert werden. Sinnvoller als einen Imkerführerschein empfindet Murra aber eine bessere Betreuung der Neuimker. „Ich finde, man muss diese mehr an die Hand nehmen und mit Bienenvölkern zunächst betreut imkern lassen. Praxis ist nämlich das, was den Imker schult. Viele wundern sich dann, was das für Arbeit ist“, stellt der Bienenvater klar.

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