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Auf- und Abstiegsregelung in der Bezirksliga Norden will gegen Middels nicht absichtlich verlieren

Ostfriesland - In Fußballkreisen wird in den vergangenen Tagen immer häufiger das Wort „Wettbewerbsverzerrung“ in den Mund genommen. Der Grund dafür ist die Auf- und Abstiegsregelung, die in einigen Fußballligen nach den Hin- und Rückspielen Anwendung findet. Die Sportredaktion dieser Zeitung hat sich in der Bezirksliga Weser-Ems 1A umgeschaut, weil dort aktuell nicht nur drei Mannschaften mit den Spielen schon durch sind. Prekär ist die Situation für den TuS Middels und auch für die drei anderen Mannschaften, gegen die der TuS noch antreten muss. Den Auftakt macht am Samstag die Partie gegen den FC Norden.

Warum ist dieses Spiel so prekär für die Teams ?

Am Beispiel FC Norden (FCN) ergibt sich folgende Konstellation: Wenn der TuS Middels (6. Platz/11 Spiele/12 Punkte) seine drei noch ausstehenden Spiele gewinnt, zieht er am SV Wallinghausen (4. Platz/14 Spiele/19 Punkte) vorbei. Der FC Norden (5. Platz/13 Spiele/ 15 Punkte) hat beide Spiele gegen Wallinghausen gewonnen, würde dann sechs Punkte aus den Wallinghausen-Spielen mit in die Abstiegsrunde nehmen.

Wäre für den FCN eine Niederlage nicht besser ?

Da sagt der Trainer des FC Norden, Jens Dieker, ganz klar „Nein“. Alles andere, als dass seine Mannschaft gegen Middels gewinnen will, würde ihn „echt ankotzen“. „Wir haben das Hinspiel verloren, schon alleine deshalb wollen wir im Rückspiel alles geben.“ Chancen im Hinspiel waren genug da. „Nur (Siegfried) John hat Bälle von uns gehalten, das war schon unfassbar.“ Chancenlos sieht er seine Mannschaft deshalb im Rückspiel aber nicht.

Solche Rechnereien sind also beim FC kein Thema ?

Wieder sagte Dieker ganz klar „Ja, sind sie nicht“. Selbst wenn seine Mannschaft so überlegen würde: Was wäre, wenn der TuS Middels das darauffolgende Spiel gegen Strudden verliert? „Dann würden wir mit Null Punkten aus den Spielen gegen Middels in die Abstiegsrunde gehen.“ Deshalb möchte sich Dieker von vornherein nicht an solchen Rechnereien beteiligen. Und er verbittet sich das auch von seinen Spielern.

Middels steht also in den drei Spielen unter Druck ?

Ja, denn nur mit neun Punkten aus den letzten drei Spielen ziehen sie an Wallinghausen vorbei. Allerdings erwartet sie noch der TuS Strudden. Der Tabellendritte wird diese Rechnereien auch schon auf dem Schirm haben und deshalb auf Sieg spielen. Denn rutscht Middels doch noch in die Aufstiegsrunde - ein Sieg auch gegen Strudden vorausgesetzt - hat Middels gegen Strudden vier Punkte geholt, die sie dann mitnehmen. Und genau dagegen wird der TuS Strudden etwas haben.

Das dritte Spiel ist dann nur Tabellen-Kosmetik ?

Nein, denn es geht gegen den Tabellenletzten TuS Weene. Und der hat das Hinspiel gegen Middels mit 1:0 gewonnen, nimmt also - Stand jetzt - drei Punkte in die Abstiegsrunde mit, sollte Middels auch dort landen. Der TuS Weene könnte also, wenn Middels beide Spiele gegen Norden und Strudden vorher gewinnt, das Zünglein an der Waage sein. Gewinnt Weene, bleibt Middels unten mit drin und Weene nimmt sechs Punkte mit in die Abstiegsrunde.

Wettbewerbsverzerrung gibt es also nicht ?

Jein. Denn einerseits, so sagte es beispielsweise Dieker, wollen seine Spieler jede Partie gewinnen, auch bei Trainingsspielen hängen sich alle voll rein. Andererseits gibt es Konstellationen, da geht es entweder um die „Goldene Ananas“, oder Rechnereien bringen die Tendenz, gegen den nächsten Gegner nicht gewinnen zu müssen, weil die Punkte sowieso nicht zählen. Schon am Samstag könnten gewisse Rechnereien vorbei sein, wenn der FCN gegen den TuS Middels gewinnt - und genau das will Trainer Dieker ja erreichen.

Warum gibt es diese Auf- und Abstiegsregelungen ?

Der Fußballverband hat nach dem coronabedingten Abbruch der Saison 2019/2020 händeringend nach einer Lösung gesucht, wie die neuen Spielzeit 2020/2021 über die Bühne gebracht werden kann. Herausgekommen sind in den Kreisen unterschiedliche Herangehensweisen. Einige Staffeln wurden beispielsweise geteilt, nach Hin- und Rückspiel geht es für die Mannschaften in eine Auf- und Abstiegsrunde (wir berichteten).

Dirk de Vries
Dirk de Vries Emder Zeitung
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