Pewsum - Ob die von der Krummhörner Fraktion SPD/Grüne beantragte Abwahl des stellvertretenden Bürgermeisters Reiner Willms (SWK) Erfolg hat, bleibt offen. Das geht aus dem anonymen Hinweis von einem „Rathaus-Blower“ hervor, der unsere Redaktion erreichte. „Einige Ratsmitglieder haben nun doch Zweifel und kalte Füße und man bekommt derzeit keine Mehrheiten zusammen“, meint der anonyme Schreiber.

Wie bereits berichtet, zweifelt selbst die SPD/Grüne-Fraktion daran, eine Mehrheit für die Abwahl von Willms zu bekommen, denn die so genannte Allianz aus CDU, fbl, Johann Smid (parteilos), SWK, KLG und HaRo hat die Mehrheit im Gemeinderat.

Die geplante Ratssitzung, in der die Ratsmitglieder abstimmen sollten, ob der Loquarder Ratsherr Willms sein Amt als Stellvertreter von Frank Baumann (SPD) abgeben soll, ist vom 8. Juli auf den 14. Juli verschoben worden. Zuwenig Ratsmitglieder, unter anderem aus der SWK, könnten laut Verwaltung aus privaten oder dienstlichen Gründen teilnehmen, damit das Gremium beschlussfähig ist.

Wie berichtet, hat die Fraktion SPD/Grüne nach einem einstimmigen Fraktionsbeschluss die Abwahl von Willms gefordert, weil über den SWK-Internet-Auftritt bei „Facebook“ Kritik gegen die Arbeit und die Person von Bürgermeister Baumann geübt werde. Für SPD-Fraktionschef Alfred Jacobsen und Joachim Kah (Grüne) ist diese Kritik unsachlich und beschädige sogar das Ansehen der Person und das Amt des Krummhörner Bürgermeisters, teilten beide mit. Antworte man auf der SWK-Homepage auf die dort geübte Kritik, würden die Beiträge aus dem Forum gelöscht, sagte Jacobsen. „Demokratie sieht anders aus“, ärgert sich der Greetsieler.

Der stellvertretende Bürgermeister Willms will sich wehren: Er hatte auf Anfrage von „zum Teil verworrenen Behauptungen“ gesprochen, auf die er im Gemeinderat antworten wolle. Willms war gestern für ein Gespräch nicht zu erreichen. Bürgermeister Baumann hat unter Vermittlung von dem Ratsvorsitzenden Hartmut Hamann (74, HaRo) bereits ein Gespräch mit der SWK geführt. Baumann: „Wir haben unsere Standpunkte ausgetauscht, mehr nicht.“ Hamann erklärte gestern, das Gespräch habe „zu keinem Ergebnis geführt“. Der Streit sei „unerträglich“ und diene „der Zusammenarbeit auf demokratischer Basis in keiner Weise“. Für ihn steht fest: „Ich werde in der Ratssitzung den Daumen drauf haben, dass es nicht zu schmutzigen Auseinandersetzungen kommt.“

Günther Meyer
Günther Meyer Ostfriesland-Redaktion/Aurich