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Feuerwehren in Hinte und Krummhörn Kameraden hoffen auf schnelle Impftermine

Hinte/Krummhörn - Das Land hat eingelenkt: Feuerwehrmitglieder sollen jetzt vorgezogen gegen das neue Coronavirus geimpft werden, wie am Dienstag bekannt wurde. Bei den Wehren in Hinte und der Krummhörn sorgt das für Erleichterung, wie die Gemeindebrandmeister J an-Gerhard Diekena (Hinte) und Jan-Jürgen Lüpkes (Krummhörn) bestätigten. Gleichzeitig kritisieren beide, dass die Entscheidung so lange gedauert hat. „Wir konnten die Zeit bis jetzt mit Schnelltests überbrücken, aber warum ist da nichts früher passiert?“, fragt Jan-Jürgen Lüpkes. „Feuerwehren hätten da genauso wie Krankenhäuser und Rettungsdienste vorgezogen werden müssen.“

Details sind noch offen

Neue Impfstrategie

Das Land Niedersachsen will ab Mai aktive Feuerwehrmitglieder und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe impfen. Bislang gehörten diese zur Priorisierungsgruppe 3 und damit noch nicht an der Reihe. Für den kommenden Monat werden 930 000 Impfdosen erwartet, sowie 600 000 Dosen für Arztpraxen.

Landesweit gibt es rund 130 000 Mitglieder in Freiwilligen Feuerwehren, plus 3000 Berufsfeuerwehrleute (von denen die meisten aber bereits geimpft sind). Impfzentren werden gebeten, ausreichend Impfstoffe für diese Gruppen bereitzustellen und sich für Termine zu koordinieren.

Wann und vor allem wie genau die jetzt vorgezogene Impfung der Feuerwehrmitglieder funktionieren soll, ist derzeit noch ungewiss – viel mehr als die Ansage des Landes haben die Wehren bislang auch nicht gehört. Niedersachsen hatte sich bis zuletzt geweigert, Feuerwehrleute auf die sogenannte Priorität 2 der Impfkampagne hochzustufen, deren rund drei Millionen Mitglieder aktuell geimpft werden. Das wurde bereits seit einigen Wochen heftig aus Feuerwehrkreisen kritisiert. „Wir halten uns schon für wichtig, weil immer in Kontakt mit Corona kommen könnten“, sagte Jan-Gerhard Diekena. Er sei froh, dass Feuerwehren endlich in der Priorität hochgestuft wurden.

Dass es bisher keine Infektionen in den Wehren gegeben habe, sei Glück, so Diekena weiter. „Wir hatten nur wenige Einsätze in der letzten Zeit.“

Abstände nicht möglich

Das grundsätzliche Problem sei, dass Kameraden auf den Fahrzeugen oder im Einsatz einfach keine Abstände einhalten können, sagte der Gemeindebrandmeister. „Wir sind ja dafür da, um Menschen zu retten und zu helfen – da ist es unser Job, den Mindestabstand zu unterschreiten.“ Würde sich jetzt ein Feuerwehrmitglied mit Corona infizieren, würde mindestens eine komplette Fahrzeugbesatzung in die Quarantäne müssen.

Schon jetzt arbeiten die Wehren in Hinte und der Krummhörn im „Sparmodus“, wie beide Gemeindebrandmeister erklären – mit Schutzmasken und möglichst kleinen Gruppen. In Hinte findet derzeit gar kein Dienstbetrieb mehr statt, es werden nur noch Einsätze gefahren. Ewig geht das für Feuerwehren aber nicht: „Wir bekommen ja auch neue Fahrzeuge, die Technik muss gelebt und geübt werden“, sagte Jan-Jürgen Lüpkes. Nach über einem Jahr mit enormen Einschränkungen sei es jetzt höchste Zeit für Veränderungen.

In der Krummhörn warten jetzt 300 Kameraden auf einen Impftermin, in Hinte rund 180. „Wir hoffen, dass es im Mai dann auch losgeht“, sagte Jan-Gerhard Diekena.

Arne Haschen
Arne Haschen Digitalteam Wesermarsch
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