Emden - Die Emder Stadtverwaltung wird den gastronomischen Betrieben die Gebühren für Sondernutzungen bis zum Ende dieses Jahres erlassen. Dieser Beschluss ist jetzt einstimmig im Ausschuss für Sicherheit, Ordnung und Bürgerservice gefasst worden und betrifft auch den Einzelhandel. Dies soll nach der langen Corona-bedingten Schließung für finanzielle Entlastung sorgen. Die Emder Zeitung hat vier Betreiber aus Gaststätten im Innenstadtbereich nach ihrer Meinung zum Beschluss befragt.
Grand Café
Die Mitarbeiter des Grand Cafés (Am Stadtgarten 7-11) sind erleichtert über den Erlass der Sondernutzungsgebühren. Die Betreiber des Restaurants hatten sich bereits an die Stadt gewendet und nachgefragt, ob es es nicht möglich sei, diese Gebühren wegfallen zu lassen, erklärte Barbara Sälzer, Geschäftsführerin des Restaurants. „Wir hatten den Beschluss aus anderen Städten mitbekommen und uns gefragt, ob das nicht auch in Emden möglich wäre“, sagte sie. Dass es so schnell und unkompliziert dann von der Stadt beschlossen wurde, freut uns sehr“, sagte sie.
Pizzeria „Il Gusto“
Für den Inhaber der Pizzeria „Il Gusto“ (Große Straße 66), Lucio Reina, ist es eine gute Geste der Stadt Emden. Für sein Restaurant stelle der Erlass jedoch keine große finanzielle Entlastung dar. „Wir nutzen nur eine kleine Außenfläche, weshalb die Gebühren für uns nicht so hoch sind“, sagte der Gastronom.
Hinzu käme, dass sein Geschäft seit der Wiedereröffnung der Gastronomie nach dem Lockdown noch bei Weitem nicht die Einnahmen erziele, die es vor der Pandemie einnehmen konnte, erklärte er. „Es wird nicht mehr so, wie es mal war. Das müssen wir einfach akzeptieren“, sagte Reina.
Doch für Gastronomen, die hohe Gebühren für ihre Außengastronomie bezahlen, sieht er es als Chance, sich von der finanziellen Belastung der vergangenen Monate erholen zu können.
Café Einstein
Jens Friesenborg, Betreiber des „Café Einstein“ (Bollwerkstraße 24), bewertet den Erlass der Sondernutzungsgebühren als ein nettes Signal der Stadt. Eine große Entlastung stelle es für sein Restaurant aber nicht da. „Wir nutzen im Verhältnis zu anderen Restaurants in Emden nur eine kleine Fläche für unseren Außenbereich“, sagte er. Die Gebühren dafür seien somit eher gering.
Friesenborg wünscht sich jedoch, dass die Stadt Emden auch in anderen Bereichen tätig wird und bemängelt den Zustand des Emder Stephansplatzes. Friesenborg: „Wir haben direkten Blick auf den Platz und beobachten, dass er schon länger nicht mehr richtig instand gehalten wird.“ Da besteht aus seiner Sicht noch deutlicher Nachholbedarf. Seinen Gästen wolle er einen angenehmen Blick bieten, sagte er.
La Bottega di Santino
Der Inhaber des Bistros „La Bottega di Santino“ (Neuer Markt 1) Santino la Tona ist glücklich über den Beschluss der Stadt. Ihm zeige es, dass die Stadt Emden versuche, die Gastronomen nach der herausfordernden Zeit der vergangenen Monate zu entlasten, und Beschlüsse schnell umsetzt, erklärte er.
La Tona hat, wie er sagt, seit der Wiedereröffnung nach dem Lockdown ausschließlich gute Erfahrungen mit der Stadtverwaltung gemacht. „Mir wird sehr viel Freiraum gelassen. Dafür bin ich wirklich dankbar“, sagte er. Ab 20 Uhr dürfe er wieder italienische Musik vor seinem Restaurant spielen - wenn auch nur in geringer Lautstärke. „Der Neue Markt wird dann am Abend zu einer italienischen Straße“, sagte er abschließend.
