Krummhörn - Gewerbe und Betriebe in der Pandemie wieder öffnen? In der Krummhörn kann das bei gleichzeitiger Sicherheit aller Beteiligten gelingen – so sieht es die Soziale Wählergemeinschaft Krummhörn (SWK). Ratsfrau Ulrike Hitzmann-Jacobsen reichte am Freitag einen entsprechenden Antrag an die Gemeindeverwaltung ein. Das Land Niedersachsen solle jetzt prüfen, ob die Krummhörn als Modellprojekt infrage komme, um „das sichere Öffnen von Handel, Gastronomie und Kultureinrichtungen zu erproben.“ Damit soll der Einfluss von Lockerungsschritten auf das Pandemiegeschehen untersucht werden. „Wir denken, dass die Krummhörn gute Chance hätte, sich als Modellprojekt darzustellen“, sagte Hitzmann-Jacobsen.
Niedrige 7-Tage-Inzidenz
Aus Sicht der SWK gibt es gute Argumente für das Vorhaben: „Die 7-Tage-Inzident für den Landkreis Aurich beträgt laut NLGA weit unter 100“, führt Hitzmann-Jacobsen in ihrem Antrag aus. Damit gebe es eine Chance für die Öffnung von Betrieben – jedoch mit „guten Auflagen“, etwa dass Gäste nur mit einem negativen PCR-Test anreisen dürfen oder die Nutzung der Luca-App zur Kontaktverfolgung. Gaststätten könnten so im Außenbereich „und unter Auflagen vielleicht im Innenbereich“ wieder anbieten, genauso könnten auch Hotels wieder Gäste beherbergen.
Die Betroffenen bräuchten jetzt eine Planungsperspektive, so der Antrag weiter. Sich als Modellprojekt zu erproben „wäre ein guter Anfang für unsere Wirtschaft und Betriebe in der Krummhörn“.
Vernünftige Konzepte
Das Vorhaben scheitert aus Sicht der SWK auch nicht am Willen der Beteiligten: „Viele der Gewerbebetriebe haben auch in der Vergangenheit gezeigt, dass sie vernünftige Konzepte und Vorkehrungen bereits umgesetzt haben“, teilte die Fraktion im Zusammenhang mit dem Antrag von Ratsfrau Ulrike Hitzmann-Jacobsen auf Facebook mit. Bürger hätten „viel Verantwortungsbewusstsein“ gezeigt und auch der Großteil der Gäste stünde dahinter, hieß es.
Anfang April hatte das Land Niedersachsen 14 Kommunen für Corona-Modellprojekte ausgewählt, in denen Geschäfte, Kultur und Außengastronomien unter Auflagen wieder starten können: die Städte Aurich, Achim, Braunschweig, Hansestadt Buxtehude, Cuxhaven, Einbeck, Emden, Hann. Münden, Hildesheim, Hansestadt Lüneburg, Nienburg/Weser, Norden und Oldenburg sowie die Samtgemeinde Elbtalau. Dabei würde mit besonderer Vorsicht gehandelt, wie Ministerpräsident Stephan Weil erklärte: „Niedersachsen geht sehr umsichtig vor in der aktuell schwierigen Situation.“ Man wolle einem neuen System aber eine Chance geben. „Wir brauchen Perspektiven“, sagte Weil.
