Norden - Öffentliches Leben findet in der Pandemie nur noch mit Schutzmasken statt – in der Stadt Norden fehlt es bei den Regelungen aber an gesundem Augenmaß. So jedenfalls empfinden es die beiden Mitglieder des Stadtrats Karin Albers (Grüne) und Dorothea van Gerpen (SPD). Sie forderten in der Sitzung am Dienstag, die – laut Ausschilderung – grundsätzliche Maskenpflicht im Innenstadtbereich zu überdenken.
Verwaltung soll jetzt handeln
„Wenn wir derzeit viele Gäste hätten, könnte ich das verstehen“, sagte Karin Albers. Dass in Norden eine Maskenpflicht ohne zeitliche Limits ausgeschildert sei, gehe aber zu weit: „Das demotiviert.“ In Oldenburg, so ein genanntes Gegenbeispiel, dürften Menschen zeitweise ohne Maske durch die Innenstadt gehen. Auch Dorothea van Gerpen sieht Handlungsbedarf seitens der Verwaltung. Diese sollte eine zeitliche Befristung der Maskenpflicht „nachrüsten“, so ihre Forderung. „Die Allgemeinverfügung des Landkreises wird derzeit maßlos überschritten“, kritisierte sie.
In der Fassung vom 17. März benennt diese tatsächlich eine zeitlich begrenzte Maskenpflicht in der Fußgängerzone sowie abschnittsweise an der Osterstraße: „An diesen Örtlichkeiten ist das Tragen einer geeigneten Mund-Nasen-Bedeckung in der Zeit von 9 Uhr bis 20 Uhr verpflichtend“, heißt es.
Bürgermeister lehnt ab
Bürgermeister Heiko Schmelzle (CDU) widersprach der Kritik – es sei auch angesichts niedriger Inzidenzen besser, in Norden auf Nummer Sicher zu gehen. Er verwies dabei auch auf neue Corona-Mutationen, die sich aggressiv ausbreiteten.
