Emden - Wer an den vergangenen vier Freitagen abends im Herrentor unterwegs war, konnte es gar nicht überhören: Es war richtig was los im Van-Ameren-Bad. Nicht nur die Musik der Live-Bands schallte über das Bürgerbad hinaus, auch ein gewisser Klangteppich aus vielen hundert Stimmen. „Die Abende sind richtig gut gelaufen“, bestätigte Bad-Sprecherin Elke Fehren-Schmitz dieser Zeitung.

Das „Mitternachtsschwimmen“, dieses Jahr erstmals ohne Kino, hat nochmals etwas Geld in die Kasse des Bürgerbads gespült. Und das war auch wohl nötig angesichts der durchwachsenen Wetterlage dieses Sommers. Viel mehr als die Stammgäste kamen nämlich nicht zum Schwimmen, so Fehren-Schmitz. Dafür zum Open-Air-Konzert der vier Cover-Bands. Am ersten Freitag war der Andrang der Gäste zwar noch verhalten, eben auch wegen des schlechten Wetters an diesem Abend mit teils kräftigen Regengüssen. Aber spätestens am dritten Freitag hatte es sich herumgesprochen, dass sich der Besuch lohnen wird.

Als „Backstage“ auf der Bühne standen, war das Bad erstmals ausverkauft. 700 Karten zu je 5 Euro durften die Betreiber ausgeben. „Und vor dem Bad standen noch Leute, die ’reinwollten“, sagte Elke Fehren-Schmitz. Am vergangenen Freitag bei „Sixpack“ war die Obergrenze dann auf 1000 Gäste hochgeschraubt worden. Und das wurde genutzt.

„Endlich einmal wieder eine Veranstaltung in Emden,“ bekamen die Organisatoren zu hören. Keine Tonnenparty, kein Fest in der Innenstadt - „aber wir Laien haben es auf die Beine gestellt“, freut sich Elke Fehren-Schmitz. „Solche Events können wir aber nur leisten, weil wir unsere ehrenamtlichen Helfer haben. Sonst würden wir keinen Cent einnehmen!“

Der Aufwand für die städtische Genehmigung hielt sich dabei noch in Grenzen. Für den Betrieb des Bades besteht ohnehin ein Hygiene-Konzept. Für die Live-Abende kam nur die Auflage zur Kontaktverfolgung hinzu durch Luca-App oder Datenbogen. Von 3G war noch keine Rede. „Wie hätten wir die Negativ-Tests denn auch überprüfen sollen?“, fragt Elke Fehren-Schmitz. An der Kasse, an den Grill- und Getränkeständen sei man um Abstand bemüht gewesen, vor der Bühne war damit aber meist Schluss. Dennoch sei bisher alles gut gegangen, so Fehren-Schmitz.

Nur beim Konzert von Luca Hänni lief es strenger: Maskenpflicht für die Gäste, Sitzplätze auf Abstand und Tanzverbot. „Leider gab es auch keine Pause“, sagte Elke Fehren-Schmitz. Und so wurde nur wenig über den Getränke-Konsum eingenommen. Doch das war angesichts des recht jungen Publikums an diesem Abend auch nicht erwartet. „Wichtig ist, dass wir als Bürgerbad bei allen Emdern im Gespräch bleiben“, sagte Elke Fehren-Schmitz. „Und das ist uns doch wieder gut gelungen.“

Unterdessen sind die Tage für diese Saison im Van-Ameren-Bad gezählt: am kommenden Samstag, 4. September, kann zum letzten Mal geschwommen werden. Sonntag öffnet das Bad nur noch einmal für seine Helfer zum großen Abschwimmen 2021.