Emden - Was sich im Sommer schon andeutete, als zäher Emder Klei, Schutt und alte Leitungen im Boden den Kanalbau ausbremsten, tritt jetzt auch ein: Der erste Sanierungsabschnitt der Althusiusstraße wird nicht mehr in diesem Jahr fertiggestellt werden können. Das teilte die Stadt Emden auf Anfrage dieser Zeitung mit. Mit der Fertigstellung der neuen Fahrbahn zwischen den Einmündungen Geisestraße und Körmeisterweg wird stattdessen im Frühjahr 2022 gerechnet. Immerhin: „Es ist beabsichtigt, den ersten Abschnitt vor der Winterphase soweit herzustellen, dass die Oberflächen trockenen Fußes begehbar sind“, übermittelte Stadtsprecher Eduard Dinkela. Lediglich zur Fahrbahn werde ein Absatz verbleiben, da dort die Pflasterung terminlich leider nicht abgeschlossen werden könne. „Sobald die Witterung es wieder zulässt, wird dieser Absatz angeglichen.“
Aktuell laufen die Straßenbauarbeiten der Firma Strabag (Niederlassung Aurich) im Bereich Körmeisterweg. Im Anschluss ist die Asphaltierung der Tragschichten in der Fahrbahn und des Radweganschlusses geplant, außerdem die Pflasterung der kleinen stichstraßenartigen Wohnwege und der Fahrbahn. Das, wie gesagt, aber erst im Frühjahr 2022. Damit es solange trotzdem nicht zu viele Ecken und Kanten auf die Anwohner lauern, werden im Bereich der Wege und Auffahrten zu den Grundstücken übergangsweise Rampen aus Schotter hergestellt. „Unwägbarkeiten sind beim Bauen im Bestand trotz sorgfältiger Planung leider immer möglich“, bedauerte die Stadt die Verzögerungen.
Dennoch ist seit Mitte Februar einiges geschafft worden: Auf einer Fahrbahnlänge von rund 300 Metern und einer Wohnweglänge von (sehr beengten) 460 Metern wurden aufwendig neue Gas-, Wasser-, Strom- und Glasfaserleitungen verlegt, dazu noch eine neue Oberflächenentwässerung. Ähnliche Arbeiten im Vorfeld des eigentlichen Straßenbaus wird es auch im zweiten Bauabschnitt geben, der im nächsten Jahr folgen soll und dann vom Körmeisterweg bis zur Kreuzung Berumer Straße reicht. Der dritte und letzte Sanierungsabschnitt erstreckt sich dann bis zum Textilhaus Wagner (Einmündung Fletumer Straße).
„Die jeweiligen Abschnitte werden natürlich nach Fertigstellung wieder freigegeben“, hieß es seitens der Stadt. Auf eine weitere Zeitplanung mochte sich diese aber – allein schon nach den bisherigen „Bodenfunden“ – nicht festlegen. Aktuell gelte leider auch hier: Planen auf Sicht.
Bislang ist die komplette Sanierung der 1150 Meter langen Straße mit knapp vier Millionen Euro kalkuliert, Bund/Land fördern zwei Drittel. Der erste Bauabschnitt liegt laut Stadt bei 1,8 Millionen Euro. Dagegen lasse sich wegen der angespannten Situation im Bausektor derzeit „leider noch nicht abschätzen, wie sich die Kostenentwicklung in den nächsten Bauabschnitten auswirken wird“.
