Emden - Eines der erfolgreichsten Instrumente der letzten Jahre zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Emden droht bald wegzufallen. Es stehen dafür voraussichtlich keine Gelder mehr zur Verfügung, weil die dafür erforderliche Sonderfinanzierung nach dem Teilhabechancengesetz ausläuft. Auf diese Situation und auf die generelle Lage bei der Langzeitarbeitslosigkeit in Emden machte jetzt der Leiter des Jobcenters Emden, Bernd Leiß, im Gesundheits- und Sozialausschusses aufmerksam. Dort warb er eindringlich für eine Fortführung dieser Förderung, wohl wissend, dass der Emder Ausschuss nicht das entscheidende Gremium dafür ist. „Wenn ich mir aber von der neuen Bundesregierung etwas wünschen dürfte, wäre es, für dieses Instrument weiter Gelder zur Verfügung zu stellen.“
Gemeint ist ein besonderes Programm zur Wiedereingliederung auf den ersten Arbeitsmarkt, die sogenannte 16i-Förderung. Damit bekommen Arbeitgeber, die Jobs zur Verfügung stellen, einen erheblichen Eingliederungszuschuss ausgezahlt. Der ist gestaffelt in 90 Prozent der Lohnkosten fürs erste Jahr, 80 Prozent fürs zweite und 70 Prozent fürs dritte. Zum Zuge kommen dann Arbeitslose, die seit mindestens sieben Jahren ohne Beschäftigung sind und in den vergangenen sechs Jahren Leistungen über das Jobcenter bezogen haben.
Das Herausragende an diesem Sonderprogramm: es ist zu 80 Prozent bedarfsdeckend. Das heißt, dass die Kunden, die auf diesem Wege vermittelt sind, keine weiteren Leistungen durchs Jobcenter beziehen müssen, erklärte Leiß. Zudem gebe es so gut wie keine Abbrüche. Mindestens ein Drittel dieser neuen Arbeitnehmer würde im Anschluss auch von den Unternehmen übernommen.
Die meisten, so Leiß, hätten vorab schon verschiedene Coaching-Maßnahmen, berufliche Fortbildungen begonnen und oft abgebrochen. Viele dieser Kunden haben keinen Schulabschluss. An dieser Stelle würden niedrigschwellige Angebote für die Integration in Arbeit dringend gebraucht.
Mit über 100 Betroffenen sei seit Beginn dieses Programms gesprochen worden, dazu eine gute Auswahl an Arbeitgebern getroffen und entsprechende Coaching-Bildungsträger gefunden worden. Viele Fälle seien bereits realisiert, etwa 50 aktuell offen.
„Wir würden diesen Weg gerne weitergehen“, erklärte Leiß. Die 16 i-Förderung könne aber nicht fortgesetzt werden, weil es die Haushaltssicherheit für andere notwendige Maßnahmen gefährden würde. Leiß: „Aber wenn es weiterlaufen würde, müsste es jetzt angeschoben werden.“
