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Besondere Idee Ein Kran für Hinni, Joke und Jan

Marten Klose
Prägte jahrzehntelang den Ratsdelft: Ein Kran zum Löschen der Schiffe. Irgendwann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verschwand er.

Prägte jahrzehntelang den Ratsdelft: Ein Kran zum Löschen der Schiffe. Irgendwann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verschwand er.

Emden - Es ist eine Idee, die dem 84-jährigen Renko Menke nicht mehr aus dem Kopf geht: Der Platz um die drei Delftspucker Hinni, Joke und Jan soll durch einen historischen Kran aufgewertet werden. „An genau der Stelle, wo heute die Skulpturen stehen, stand jahrzehntelang ein Kran zum Löschen von Schiffen“, sagt Menke gegenüber dieser Zeitung. Sein Wunsch: Durch eine Spendenaktion soll solch ein Kran nach historischem Vorbild nachgebaut werden. Unterstützt wird er dabei von Walter Insel (80), dem Stifter der Bronzefigur „Joke“. Originale wie Joke waren es vor der Zeit des Zweiten Weltkrieges, die am Delft herumlungerten und zu allem und jedem ihren Senf dazugaben. Klönsäcke, die der Arbeit nur leidlich, dafür aber einem guten Schluck umso mehr zugetan waren.

30 000 Euro auseigener Tasche

„Und sie beobachteten und kommentierten die Umschlagstätigkeiten am Delft“, berichtet Menke. Soll heißen: Ein Kran nach zeitgenössischem Vorbild würde das Delftspucker-Ensemble abrunden. Jetzt, wo die Verkehrsberuhigung der Straße Am Delft im Gespräch ist, sei der richtige Zeitpunkt, die Idee vorzustellen. „Der Kran würde die Straße um eine weitere Attraktion aufwerten“, ist Menke überzeugt.

Möchten einen Kran für Hinni, Jan und Joke: Renko Menke und Walter Insel.

Möchten einen Kran für Hinni, Jan und Joke: Renko Menke und Walter Insel.

Dass solch ein Kran nicht eben billig ist, ist sich Menke wohl bewusst. Er schätzt die Kosten auf rund 200 000 Euro. Sollten Rat und Verwaltung seine Idee aufgreifen, werde er die ersten 30 000 Euro aus eigener Tasche zahlen, versichert er. Er würde dann gemeinsam mit einem Kreis Interessierter bei Stahlbauunternehmen und Tischlereien vorstellig werden und den Kran-Bau ins Rollen bringen. Wie dieser nach historischem Vorbild gebaut werden müsste, weiß der gelernte Maschinenbau-Meister. Der etwa fünf Meter lange Ausleger sei damals aus Holz gewesen, alles Übrige aus Gusseisen und handbetrieben. „Das Schwierigste wird sein, geeignete Zahnräder zu bekommen“, sagt der gebürtige Emder.

Voraussetzung für das gesamte Projekt

Menke weiß um die Ebbe im städtische Geldsäckel. „Aber der Kran soll ja durch Stiftungen finanziert werden“, so sein Gedanke. Lediglich für das Fundament müssten Stadt-Mitarbeiter anrücken.

Das Projekt sei zwar ambitioniert, ließe sich aber umsetzen. Letztlich wären doch heute nicht mehr wegzudenkende Wahrzeichen wie die Westerems-Tonne, die Skulpturen von Peterke, Jantje Vis, die Delftspucker sowie die Aufstellung historischer Anker erst durch private Initiative möglich geworden.

Wichtig sei es nun erst mal, „einen ersten Pflock einzuschlagen“ und die Idee öffentlich zu machen. Menke plant, Ratsleute anzusprechen, um das Thema im Kulturausschuss diskutieren zu lassen. Voraussetzung für das gesamte Projekt: „Man muss erst mal wollen“, sagt Menke. Als nächstes möchte er Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) seinen Plan vorstellen

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