Emden - Sich spontan beim Schlendern über den Stadtgarten oder nach dem Wocheneinkauf im Dollart-Center (DOC) eine Impfung gegen das Corona-Virus abzuholen, klang noch vor wenigen Monaten zu schön, um wahr zu sein. Doch am vergangenen Samstag ist das Realität gewesen - und das schon zum zweiten Mal. Der Impftruck rollte wieder durch Emden, und 213 Impfwillige haben sich ihre Dosis mit dem Vektorimpfstoff Johnson & Johnson abgeholt.
Nachdem der erste Marathon des mobilen Impfzentrums überaus gut angenommen worden war (wir berichteten), entschieden sich Feuerwehrmann Harald Janssen, Mitorganisator des Impfzentrums in der Nordseehalle, und Harald Wiers, Geschäftsführer der IFAS-Safety GmbH, dazu, den Truck noch ein zweites Mal einzusetzen. Dieses Mal aber nur an zwei Standorten: im Stadtgarten und vor dem DOC - dafür aber für jeweils drei Stunden. Das sah Wiers als großen Vorteil an: „Es kommt einfach zu weniger Verzögerungen im Ablauf, wenn man mehr Zeit zur Verfügung hat. So konnten wir die Schlangen schnell abarbeiten.“
Die gute Resonanz hat gezeigt, dass ein leicht zu erreichendes Impfangebot in Emden noch immer gebraucht wird. „Schon bevor wir morgens anfingen, standen rund 30 Leute für ihre Impfung an“, sagte Janssen.
Unter den Impfwilligen vom vergangenen Samstag seien noch immer viele gewesen, die eigentlich bereits vor Monaten einen Anspruch auf eine Impfung gehabt hätten, erklärte Cathrin Leuffert, Leiterin des Emder Impfzentrums. Doch komplizierte Anmeldungen, lange Wartezeiten und das Ausfüllen verschiedener Formulare hätten für viele die Hemmschwelle erhöht, sich einen Termin zu holen, erklärte die Ärztin. Gerade für diese Menschen sei das niedrigschwellige Angebot des Trucks eine gute Lösung gewesen.
Auch dass der Vektorimpfstoff Johnson & Johnson verabreicht wurde, sei für manche ein weiterer Grund gewesen, das Angebot des Trucks zu nutzen, erklärte Janssen. Denn eine einzige Impfung reicht aus, um mit Johnson & Johnson immunisiert zu werden. Janssen: „Das bedeutet deutlich weniger Aufwand für die Menschen.“ Die 213 Impflinge haben schon ab dem 21. August einen vollständigen Impfschutz.
Janssen und Wiers werteten die gesamte Impf-Aktion als Erfolg: An beiden Wochenende wurden insgesamt 524 Menschen geimpft. Sie erlebten, wie sie betonten, eine harmonische Zusammenarbeit zwischen allen Mitwirkenden aus dem Emder Impfzentrum, der Stadtverwaltung, dem Klinikum, aber auch Privatpersonen. „Diese Aktion hat uns gezeigt, wie flexibel Emden ist“, sagte Janssen. Besonders über den spendierten Kaffee vom Cafétje am Stadtgarten und die Verpflegung einer Imbissbude auf dem Parkplatz des DOC habe sich das Impfteam sehr gefreut. Janssen: „Das zeigt uns, dass unsere Arbeit wertgeschätzt wird.“
