Emden - Um das Jahr 1910 sind in Klein-Faldern gleich mehrere Fuhrgeschäfte ansässig. Einer dieser Fuhrleute ist Heinrich Onken aus der Sleedrieverstraße 4. Offenbar ist der Herr des Hauses gerade auf dem Bock, als Fotograf Wilhelm Herrmann Mohaupt in der Straße unterwegs ist und die anwesenden Damen ablichtet. Der Chef ist auch beim zweiten Foto unterwegs, das „Auf dem Spieker 28“ vor dem Haus von Friedrich Schomburg entstand. Der Fuhrmann ist unterwegs, also kommen nur Gattin Elisabeth Schomburg und ihr Sohn aus erster Ehe, Paul Meyer, aufs Bild. Der junge Emder Fuhrmann mit dem beeindruckend großen Hut soll nicht mehr lange zu leben haben: Er stirbt im Oktober 1918 als kaiserlicher Soldat in den letzten Tagen des Ersten Weltkrieges.
Fotograf Mohaupts zündender Geschäftsidee ist es zu verdanken, dass wir heute Einblicke in das Alltagsleben längst vergangener Zeiten erhalten. Der Fotograf wartete nicht darauf, dass die Kundschaft in sein Atelier in der Kleinen Brückstraße kam, sondern ging von Haus zu Haus, um seine Dienste anzubieten. Ziemlich geschäftstüchtig.
