Emden - Blick aufs Wasser, Bootsstege – die Wohnungen und Häuser am Neuen Delft sind nicht ohne Grund sehr teuer. Doch das Idyll ist nach Ansicht vieler Anwohner in Gefahr: Das letzte freie Grundstück bietet Platz für mehrere große Gebäude. Und die Verwirklichung der dort geplanten Bebauung nimmt Fahrt auf: Am 18. Februar soll der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt erste Entscheidungen über den Bebauungsplan D 146 III, Abschnitt „Am Eisenbahndock/Neuer Delft treffen.
Was stört die Anwohner?
Seit mehreren Jahren laufen sie Sturm gegen die Pläne für das Areal. Dabei geht es aktuell auch um die Absicht der Stadt Emden, dem Unternehmen AFG Eisenbahndock GbR die Erstellung des Bebauungsplans für das Grundstück an der Blauen Brücke zu übertragen. Das ist nach Ansicht der Anwohner rechtlich nicht einwandfrei.
In einer Stellungnahme, die der „Neuer Delft“-Anwohner Norbert Schroeren im Namen von rund 80 Nachbarn an die Presse und die Mitglieder des Emder Rates richtete, heißt es dazu: „Wie bitte? Der Grundstückseigentümer darf für sein Gelände selbst einen eigenen Bebauungsplan entwickeln? Nach Auffassung von uns Anliegern des Neuen Delft ist eine solche Delegation an einen privaten Grundstückseigentümer im Bundesbaugesetz nicht erlaubt.“
Worum geht es im Kern?
Die Kritik an der Übertragung der Planung an den Eigentümer des Grundstücks ist ernst zu nehmen. In erster Linie geht es aber weiter um die seit Jahren geäußerte Befürchtung der Anwohner, dass ein „Torhaus“ genanntes neues Gebäude die Nachbarhäuser deutlich überragen wird. Zunächst war von 28 Meter Höhe die Rede, die aktuelle Planung sieht immerhin noch eine Höhe von 25,38 Meter vor. Dazu kommt, dass die oberen Geschossen über die Wasserfläche ragen. Zum Vergleich: Die Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft am Südufer des Neuen Delftes sind laut Bebauungsplan maximal elf Meter hoch. Die bislang noch gegebene Sicht auf Teile des Binnenhafens wäre eingeschränkt, Schattenwurf und Lärm sind weitere mögliche Probleme.
Gibt es noch mehr Ärger?
Norbert Schroeren führt ins Feld, dass der jetzt neu zu beplanende Bereich bei der Vorstellung des Vorhabens Neuer Delft Teil des damals vorgelegten Bebauungsplanes war – mit Bauhöhen von maximal 12 Metern. Darauf hätten sich viele Käufer verlassen, als sie sich für eine der teuren Unterkünfte entschieden. Letztlich wurde der Bereich an der Blauen Brücke aber aus dem Plan ausgeklammert.
