Emden - Jetzt verschwindet Stück für Stück eine für viele liebgewonnene, für andere eher als hässlich empfundene Leuchte aus dem Straßenbild der Emder Innenstadt und dem Stadtteil Harsweg. Dabei geht es dem so genannten Pilzkopf nicht wegen seines Äußeren an den Kragen, sondern aus Energiespargründen.

Besonders deutlich wurde die Veränderung gestern Zwischen beiden Bleichen, wo die Mitarbeiter der Elektro-Firma Kruse aus Leer (sie hat bei der Ausschreibung den Auftrag ergattert), gleich acht stromfressende Leuchten gegen stromsparende LEDs tauschte. Nirgendwo sonst säumen so viele Straßenlaternen auf einem Blick die Straße.

Wer jetzt am Abend dort entlang läuft, wird allerdings neben der veränderten Optik auch etwas anderes feststellen: Straße und Gehweg sind trotz energiesparender Technik heller ausgeleuchtet, als zuvor. Die Lampen funktionieren dabei wie ein Strahler, der auf den Punkt herunterscheint. Das diffuse Licht rund um und oberhalb der Leuchte ist mit dem Pilzkopf verschwunden. Und in der Nacht zwischen 0 und 5 Uhr wird die sparsame Leuchte nochmals gedimmt.

Genau 163 Pilzleuchten im Stadtzentrum und 87 in Harsweg sollen in diesen Tagen getauscht werden. Die Firma Kruse hatte gestern 40 neue LED-Strahler zu je 17 Watt auf dem Anhänger. Die reichten für Zwischen beiden Bleichen und ein paar abzweigenden Straßen. Die Laternenmasten bleiben im Übrigen vom Leuchtentausch unberührt. Denn nur für die Leuchten gibt es einen 20-prozentigen Zuschuss vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Optik spielt also auch bei den Masten keine Rolle, sofern mancher Schiefstand nicht die Funktion des LED-Strahlers beeinträchtigt. Das wäre dann aber eher Sache des Tiefbauers statt des Elektrikers, die Laterne wieder passend geradezubiegen. Mit den jetzt anstehenden 250 Leuchtenwechseln sind dann in Emden bereits 510 und damit der Großteil ausgetauscht. Vor allem in Conrebbersweg, Logumer Vorwerk und Port Arthur/Transvaal stehen noch vereinzelt Pilzleuchten, denen es allerdings auch in den nächsten Jahren je nach finanziellen Kapazitäten an den Kragen gehen soll. Immerhin: 280 Pilzleuchten sind noch übrig.