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Historiker entdeckt Gemälde bei ebay Ostfriesische Häuptlingstochter von 1595 wiedergefunden

Dieses originale Porträt aus der späten Häuptlingszeit erwarb die „Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer“. Das Gemälde ist auf 1595 datiert. Es zeigt Tecla van Diepholt.

Dieses originale Porträt aus der späten Häuptlingszeit erwarb die „Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer“. Das Gemälde ist auf 1595 datiert. Es zeigt Tecla van Diepholt.

Emden - Mitglieder der „Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer“ (kurz „Kunst“) haben Anfang des Jahres eine durchaus aufregende Nacht verbracht. Denn nach dem Hinweis eines niederländischen Historikers ist auf dem digitalen Versteigerungsportal ebay ein seltenes original Porträt aus der späten Häuptlingszeit angeboten worden. Anhand zweier Wappen auf dem Bild konnte es der Familiengeschichte der Cirksena zugeordnet werden. Die „Kunst“ hat das Gemälde zum Festpreis erworben.

Das Bild ist auf das Jahr 1595 datiert. Es zeigt die Häuptlingstochter

Tecla van Diepholt

. Nach Angaben des Anbieters aus Lüneburg handelt es sich um einen Dachbodenfund. Das Bild stand jahrelang feucht und vernachlässigt.Ein Porträt aus dieser Zeit ist sehr selten, betonte

Dr. Annette Kanzenbach

, wissenschaftliche Mitarbeiter des Ostfriesischen Landesmuseum, in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Viele dieser Porträts, es war im 16. Jahrhundert durchaus üblich, ein Bildnis der Nachwelt zu überliefern, gingen verloren. Angeboten wurde das Bild als „Renaissance-Porträt einer Adligen mit Wappen, wohl Protestantin aus Norddeutschland“ zu einem niedrigen vierstelligen Betrag. Der Ankauf ist gerechtfertigt, auch wenn das Gemälde in einem restaurierungsbedürftigen Zustand ist, begründet Kanzenbach.

Nach den Plänen der „Kunst“ soll das Bild zunächst restauriert werden. Ein entsprechendes Angebot liegt bereits vor und listet einen unteren vierstelligen Betrag. Jetzt werde ein Finanzierungs-Konzept von der „Kunst“ erarbeitet, so Kanzenbach. Die Restaurierung des 85 mal 65 Zentimeter großen Gemäldes werde etwa ein Jahr in Anspruch nehmen. Anschließend soll das Bildnis in dem um 1370 erbauten Steinhaus in Greetsiel, das zur Gerhard ten Doornkaat Koolmann-Stiftung gehört, als Leihgabe gezeigt werden. Die Wahl fiel auf das historische Gebäude, weil Greetsiel der Stammsitz der Familie Cirksena war, begründet Annette Kanzenbach.

Dass der Neuerwerb der „Kunst“ erst jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, ist Corona geschuldet. Bei ebay entdeckt hatte das Gemälde der niederländische Mittelalterhistoriker

Redmer Alma

. Er gilt als profunder Kenner der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte in Friesland. Deshalb sollte er bei der Vorstellung des Neuerwerbs unbedingt dabei sein, konnte aber aufgrund der hohen Inzidenzwerte nicht so einfach aus den Niederlanden ausreisen. Das Gemälde selber war bereits vor Monaten, unmittelbar nach dem Erwerb, per Post bei der „Kunst“ in Emden eingetroffen. Nach Redmer Almas Recherche war Tecla die Tochter von

Jost van Diepholt

und

Moetke Cirksena

, der Tochter von

Rudolph Cirksena

, einem Neffen von

Edzard dem Großen Cirksena

. Demnach hatte Tecla, die auf dem Bild in ihrem 48. Lebensjahr abgebildet ist, noch sieben Geschwister. Sie heiratete vor 1569

Snelger Beninga

, Häuptling zu Grimersum, legitimierter Sohn von

Eggerick Beninga

, dem bekannten ostfriesischen Chronikschreiber, der 1580 starb. Das Paar lebte auf Grimersum. Von einigen weiteren Familienmitgliedern sind Porträts erhalten, die heute im Groninger Museum bewahrt werden.
Kornelia Sojka Emder Zeitung
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