Emden - Adolf Harms ist im Januar der erste Emder, der eine Schutzimpfung gegen das Corona-Virus bekommt. Ein mobiles Impfteam besucht den rüstigen Senior, der an diesem 3. Januar seinen 101. Geburtstag feiert, im Alten- und Pflegeheim „Haus Simeon“ in der Bollwerkstraße, wo an diesem Nachmittag noch weitere 30 Menschen eine Impfung erhalten. Erst am Vormittag hat die Stadt 195 Fläschchen mit dem Serum erhalten. Aus diesen sogenannten Vials können aus jedem Fläschchen fünf Impfungen bezogen werden. Die Impfärztin des Gesundheitsamtes, Cathrin Leuffert, ist froh, dass das Impfen mit den zu dieser Zeit noch sehr knappen Serum endlich beginnen kann. Erste Zielgruppe sind alte Menschen, vor allem in den Emder Pflegeeinrichtungen. Das Impfteam muss sich erst einspielen, in den folgenden Tagen und Wochen werden aber immer mehr Senioren gegen das Corona-Virus geimpft. Adolf Harms freut sich an diesem Tag besonders und nimmt die Spritze als Geschenk zu seinem Geburtstag gern entgegen. Für das „Haus Simeon“ und die anderen Emder Heime bedeutet die Impfung eine erste Erleichterung in dem Bemühen, die alten Bewohner vor einer möglicherweise lebensbedrohlichen Infektion zu schützen. In den folgenden Tagen werden die Mitarbeiter der Pflegeheime und des Krankenhauses ebenfalls geimpft, zumindest die, die wollen. Beobachter melden aber eine vergleichsweise hohe Impfbereitschaft. Der Impfzug rollt langsam an. Doch es wird noch Wochen dauern, bis die Teil-Isolation der Heimbewohner nach und nach etwas gelockert werden kann. Die Impfung der Emder Bürger läuft dagegen zunächst schleppend an und gerät durch Nachschubprobleme immer wieder ins Stocken.

Jens Voitel
Jens Voitel Emder Zeitung