Emden - Mit Erleichterung ist die Nachricht aus dem Landeskrankenhausplanungs-Ausschuss gegen einen Ausbau weiterer neurologischer Kliniken von den neun Mitgliedern des Neurovaskulären Netzwerks Nordwest aufgenommen worden. Diese hatten zuvor gemeinsam appelliert, die bestehenden Strukturen nicht durch ein größeres Angebot zu schwächen.

GESUNDHEIT IM NORDWESTEN Schlaganfallversorgung – Kliniken schlagen Alarm

Katja Lüers
Nordwesten

Die Vertreter der neun Kliniken im Nordwesten sehen sich durch die Entscheidung des Planungsausschusses in ihrer fachlichen Einschätzung bestätigt. Darauf weisen Claus Eppmann, Sprecher der Geschäftsführung der Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden, Dr. Alexander Poppinga vom Evangelischen Krankenhaus Oldenburg und Axel Weber von der Ammerlandklinik in Westerstede in einer Erklärung hin. „Wir vertrauen dabei weiterhin auf die fachlich versierte Entscheidung von Frau Ministerin Behrens und ihrem Ministerium.

Eine andere Entscheidung wäre in der Sache nicht nachvollziehbar und würde der eigens vom Land für die Gesundheitsversorgungsentwicklung eingesetzten Enquetekommission widersprechen“, appellieren sie noch einmal an die Landesgesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD), sich nicht über den Rat der Landeskrankenhausplaner hinwegzusetzen. Dies könnte sie Kraft ihres Amtes tun. Vor allem geht es darum, nicht noch eine weitere Klinik in Leer aufzubauen.

Würde dies geschehen, so fürchten die Klinikchefs der bestehenden Schlaganfallstationen, würden alle Neurologischen Kliniken geschwächt, weil unter anderem nicht genügend Fachpersonal zur Verfügung stehe. Die bestehenden Behandlungsmöglichkeiten seien absolut ausreichend und auf einem sehr hohen Niveau. Dieses wäre bei mehr Einheiten nicht mehr zu halten. Das ist nur in darauf spezialisierten Abteilungen und in einem funktionierenden Netzwerk möglich, so die Vertreter der Kliniken.

Das Neurovaskuläre Netzwerk Nordwest fordert, die bestehenden neurologischen Krankenhausstandorte zu stärken, anstatt neue aufzubauen. Das sei für das Patientenwohl wichtig, aber auch für die heutigen und zukünftigen Mitarbeiter. Nur durch entsprechend große und attraktive Abteilungen könne dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.

Ute Lipperheide
Ute Lipperheide Emder Zeitung