Emden -
Ein Jahr Corona, wie hat das Ihren Betrieb verändert?
Heinrich Smidt Auch für uns sind die Coronamaßnahmen natürlich eine große Herausforderung. Wir mussten unseren Betrieb entsprechend aufstellen. Zum Glück herrscht in der Belegschaft eine große Akzeptanz für die Maßnahmen. Somit waren entsprechende Vorkehrungen einfach umzusetzen. Schiffsbesuche der Agentur wurden eingestellt. Leider leidet die Kommunikation mit unseren Kunden in allen Richtungen erheblich unter den Bedingungen von Corona. Messebesuche und so weiter sind weggefallen.
Heinrich Smidt ist 1961 im Rheiderland geboren und dort aufgewachsen. Er ist verheiratet.
Er lernte Logistikkaufmann an der deutsch-niederländischen Grenze und wurde später Prokurist bei Schulte & Bruns in Papenburg.
2012 wechselte er als Geschäftsführer zur Epas.
In seiner Freizeit fährt der 60-Jährige gerne Rad und Inliner.
Gibt es Veränderungen darüber hinaus?
Heinrich SmidtInzwischen bemerke ich auch die psychische Belastung unserer Mitarbeiter durch Corona. Einfache Abstimmungsgespräche auf dem Flur oder in größerer Runde finden nicht statt. Die Kolleginnen und Kollegen sind zum Teil im Homeoffice oder verlassen kaum ihre Büros. Die Mitarbeiter sind zunehmend durch Maßnahmen gestresst und entfernen sich sozusagen voneinander. Das Wir-Gefühl und die Motivation leiden sehr stark. Das ist eine sehr schwierige Entwicklung, die auch noch lange nachwirken wird. Das macht mir schon Sorgen.
Haben Sie wirtschaftliche Einbußen gehabt?
Heinrich Smidt Da wir größtenteils keine direkten Verbrauchsgüter umschlagen, sondern im Projektbereich tätig sind, verzeichnen wir insgesamt so gut wie keine Rückgänge im Umschlag.
Was lief oder läuft besonders gut?
Heinrich SmidtIn Bezug auf Umschlag gab es keine Verschiebungen, wie ich schon erklärte. Herausstellen möchte ich die gute Zusammenarbeit mit den Behörden. Da sind die Stadt Emden, das Gesundheitsamt, der Hafenarzt, die Bundespolizei, die Lotsen und Niedersachsenports im Hinblick auf schnelle Veränderungen von Situationen und Vorfälle durch Corona zu nennen. Alle Behörden versuchen, schnell jeweils eine Lösung zu ermöglichen und die Einschränkungen von zum Beispiel Schiffsbesatzungen so gering wie möglich zu halten.
Ems Ports Agency and Stevedoring Beteiligungs GmbH & Co. KG, kurz Epas, ist ein sogenannter „full service Partner“ für Agentur und Befrachtung, Stauerei, Offshorelogistik, Projektverladung und Logistik, Spedition, Zollabwicklung, Lagerhaltung und Hafendienstleistungen im Emder Hafen
Die Epas ist seit 1993 mit ihrem Hauptsitz am Nordkai tätig. Dort sind zurzeit 70 Mitarbeiter beschäftigt.
2020 fertigte Epas 540 Seeschiffe und rund 650 Binnenschiffe ab.
Was läuft gar nicht?
Heinrich SmidtIch wünsche mir eine schnelle Durchimpfung unserer Belegschaft, um den Mitarbeitern ein sicheres Gefühl zu geben und gegebenenfalls Einschränkungen im Umgang zurücknehmen zu können.
Gibt es in Ihrem Unternehmen in einigen Sparten so große wirtschaftliche Schwierigkeiten, dass ein Fortbestand bestimmter Bereiche gefährdet ist?
Heinrich SmidtNein.
