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Knochenjob in Emder Pumpstation „Ich träume manchmal immer noch von der Arbeit“

Ursprüngliche Funktion soll nicht vergessen werden: Gerhard Meyer (von links) und Berend Penning mit Oliver van Grieken (Bürgerverein Port Arthur / Transvaal) vor der neuen Gedenktafel.

Ursprüngliche Funktion soll nicht vergessen werden: Gerhard Meyer (von links) und Berend Penning mit Oliver van Grieken (Bürgerverein Port Arthur / Transvaal) vor der neuen Gedenktafel.

Emden - 43 Jahre ist es her, dass Berend Penning das letzte Mal zum Arbeiten in die Pumpstation in Port Arthur / Transvaal gefahren ist. Das Leben war in dem Emder Stadtteil bis dahin noch ein ganz anderes. Denn die Pumpstation, Penning spricht von ihr als „Pumpwerk“, leitete das Abwasser aus dem Behördenviertel von der Cirksenastraße aus in die Ems. Dass sie einmal ein Bürgerhaus und sozialer Mittelpunkt in Emden werden sollte, daran war da noch nicht zu denken.

Heute ist Berend Penning 91 Jahre alt und kann sich noch gut an seine harten Arbeitsjahre erinnern. Von 1956 bis 1978 war er einer von insgesamt vier Maschinisten, die im Pumpwerk arbeiteten. Aus heutiger Sicht sei die Arbeit ein echter Knochenjob gewesen, sagt Penning. Denn Sonn- und Feiertage gab es nicht, und im Pumpwerk wurde rund um die Uhr in Schichten gearbeitet. Nur so konnte der Stadtteil das eine oder andere Mal vor Überflutungen bewahrt werden.

Und das war auch dringend nötig. Dass Überflutungen drohten, sei nämlich nicht allzu selten vorgekommen. „Wir hatten viel Hochwasser“, sagt Penning. Sobald es in der Seehafenstadt viel regnete, floss das Abwasser nur schwer ab. Mit einfachster Technik konnten Penning und seine Kollegen aber den Wasserstand überprüfen. „Ein Schwimmer hat uns den Wasserpegel angezeigt.“ Wenn dieser Hochwasser anzeigte, ging die Arbeit los und die Pumpen liefen auf Hochtouren.

Es brauchte nicht viel Technik

Die Pumpen befanden sich unter dem Gebäude. „Heute kann man sich das gar nicht mehr vorstellen“, sagt Penning. Im eigentlichen Gebäude, in dem heute ein großer Saal ist, waren zwei große Motoren und eine Gasmaschine untergebracht. Penning: „Im Winter lief die Gasmaschine im Dauerbetrieb.“

Zu dem Zeitpunkt lag das digitale Zeitalter noch in weiter Ferne. Wenn etwas an den Maschinen kaputt ging, wusste Penning sich zu helfen und konnte sie einfach reparieren. Eine Fernwartung, wie sie heute gängige Praxis ist, brauchten Penning und seine Kollegen nicht.

Auch wenn Penning und die anderen Arbeiter täglich hart schufteten, reichte das irgendwann nicht mehr aus. Emden ist im Laufe der Jahre größer geworden, besonders in den 1970er Jahren gab es einen starken Bevölkerungszuwachs. Das führte dazu, dass das Pumpwerk für die Menge an Abwasser zu klein wurde, erklärt der Rentner. Das Unvermeidbare trat dann schließlich 1978 ein: Die Pumpstation wurde außer Betrieb genommen.

Für Penning hieß es dann nach über zwei Jahrzehnten, sich beruflich weiterzuentwickeln. Denn 1979 wurde das neue Klärwerk eingeweiht, in dem er einen neuen Job fand. Die Arbeit dort sei schon in den Anfangsjahren technisch vielfältiger gewesen, als er es aus der Pumpstation gewohnt war. Trotzdem habe er sich aber schnell eingearbeitet. So blieb er noch bis zum Beginn seiner Rente 1993 im Klärwerk. Doch seine Zeit in der Cirksenastraße hat der 91-Jährige bis heute nicht vergessen: „Ich träume manchmal immer noch von der Arbeit.“

Molkerei, Veranstaltungsort oder doch ein ehemaliges Bauernhaus? Vor allem in der jüngeren Generation im Emder Stadtteil Port Arthur/Transvaal ist die ursprüngliche Funktion der Pumpstation heute kaum noch bekannt. Dass sie nicht noch weiter in Vergessenheit gerät, wollte der Emder Gerhard Meyer verhindern. Deshalb stellte er bei der Stadt Emden einen Antrag zur Förderung einer Gedenktafel. Diesem wurde stattgegeben: Seit Ende November steht die kleine Tafel vor der Auffahrt zur Pumpstation. Auch der Bürgerverein des Stadtteils hat 500 Euro für die Informations-Tafel gespendet.

Christin Hufer
Christin Hufer Redaktion Wildeshausen
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