Emden - Die Fenster sind stumpf und dreckig, die Rahmen teilweise modrig-grün und auch schon brüchig, im Inneren sieht es nicht viel besser aus. Im Gegenteil: Seit Jahren ist das Haus Nr. 26 in der Straße Zum Lotsenhaus verlassen und steht leer. Das sieht man dem Gebäude deutlich an. Doch jeder geschäftstüchtige Immobilienmakler würde vermutlich schwärmen: Lage, Lage, Lage. Tatsächlich hat das Haus eine ungewöhnliche, sehr prominente Lage. Es ist das letzte Haus hinter dem Deich direkt vor der Großen Seeschleuse. Gebaut 1912. Und jemand mit großer Vorstellungskraft kann sich die Immobilie wahrscheinlich sehr gut als kleine Villa mit exponiertem Hafenblick vorstellen – Schiffe gucken und ab und an ein lautes Schiffshorn inklusive.
Doch das wird für Privatleute möglicherweise schwierig. Eigentümer des 109 Jahre alten Gebäudes ist der landeseigenen Hafenbetreiber Niedersachsen Ports (Nports). Bis vor wenigen Jahren, genauer bis 2012, wurde das eingeschossige Haus noch von einer Bediensteten der Behörde bewohnt. Nach einem größeren Wasserschaden und einem nicht zuletzt dadurch verursachten Sanierungsbedarf war allerdings Schluss damit. Das Haus Nr. 26, gleich hinter dem ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Türmchenhaus, das von der Emder Lotsenbrüderschaft genutzt wird, steht seitdem leer. Und verfällt zusehend. Allerdings: „Wir kontrollieren das Gebäude regelmäßig und führen Bauwerksprüfungen durch“, sagte Nports-Sprecherin Dörte Schmitz. „Bausubstanz und Mauerwerk sind solide.“
Gerade wegen der Nähe zur Großen Seeschleuse und zum Hafen strebt Nports jetzt allerdings eine gewerbliche Nutzung an. In welcher Form auch immer: ob Büro oder anders. „Das hängt letztlich vom Vertrag ab“, sagte die Nports-Sprecherin. Hafengebiet sei aber eben auch Gewerbegebiet. Auch wer die notwendige Sanierung zahlt, muss erst noch verhandelt werden.
Wer sich für die kleine Hafen-Villa interessiert, kann sich an Nports unter
