Statt Platz 3 bekam der Emder Juso-Vorsitzende Robin Löbnitz auf der Kommunalwahlliste der SPD im Bereich Nord, nach einer Kampfabstimmung, Platz 5. Daraufhin zog er seine Kommunalwahl-Kandidatur komplett zurück.

Herr Löbnitz, warum kandieren Sie nun nicht mehr für den Emder Rat? Wäre Platz 5 denn so schlecht gewesen?

Robin LöbnitzIch habe mit meinem Verzicht ein Signal setzen wollen. Es ging mir persönlich nie darum, den besten Listenplatz zu bekommen, sondern dass das Statut der SPD erfüllt wird. Das heißt nämlich, dass Jusos bei Wahlen unter den ersten Vier platziert werden müssen.

Auf manche wirkt das aber so, als könnten Sie nicht zurückstecken, sondern wären sogar beleidigt oder sauer. Ist das so?

Nein, sauer bin ich natürlich nicht. Wie könnte ich auch, die Stichwahl war ein demokratischer Vorgang mit einem demokratisch gewählten Ergebnis.

Trotzdem hätten Sie doch auch Platz 5 nehmen können, oder?

Ja, aber da ging es mir auch etwas ums Prinzip. Außerdem hätte ich dann ziemlich viel Kraft in den Wahlkampf investieren müssen, mit einer geringeren Aussicht als beim Listenplatz 3.

Wie stehen Sie jetzt überhaupt zur SPD? Sind Sie Ihren Genossen noch grün, oder hat die knappe Entscheidung der Delegiertenkonferenz weiterführende Konsequenzen für Sie?

Für mich persönlich hat es keinerlei Konsequenzen. Ich habe mich im Anschluss der Konferenz selbstverständlich noch mit Walter Davids und Bernd Bornemann unterhalten (Bornemann hatte sich für Davids auf Platz 3 eingesetzt; Anm. d. Red.). Beide haben verstanden, dass ich keine persönlichen Gründe gehabt habe. Und sie haben Verständnis für mein Anliegen gezeigt, die Forderung der Jusos nach Anwendung der Statuten, welche bundesweit fordern, junge Menschen vorne auf die Listen zu setzen, umzusetzen.

Fühlen Sie sich und die Emder Jusos im allgemeinen genügend wertgeschätzt?

Die Jungsozialistinnen und Jungsozialisten sind in der SPD grundsätzlich – und somit auch in Emden – für mein Empfinden gerne gesehen. Man muss aber auch sagen, dass wir in Emden leider oftmals zu wenige sind, um unsere Standpunkte und Ansichten weit genug in die Partei zu tragen.

Und wie sehen Sie jetzt Ihre persönliche politische Zukunft? Wollen Sie weiter aktiv bleiben und das nächste Mal kandidieren?

Ich bin und bleibe Sozialdemokrat, folglich werde ich mich weiter bei den Jusos, in meinem Ortsverein und im Unterbezirksvorstand engagieren. Auch hoffe ich, dass ich in der nächsten Wahlperiode wieder als beratendes Mitglied in der Fraktion sitzen darf. Über eine Kandidatur meinerseits für das Jahr 2026 kann ich zum jetzigen Zeitpunkt verständlicherweise nichts sagen. Fünf Jahre sind eine lange Zeit.

Ute Lipperheide
Ute Lipperheide Emder Zeitung