Emden - Im Neuen Theater geht es jetzt offenbar mit großen Schritten auf die energetische Sanierung und den geplanten Umbau zu. Mitarbeiter des städtischen Betriebs Kulturevents sind kräftig am Ausräumen, damit aus der einstigen Schulaula das geplante Festspielhaus werden kann.
„Die Mitarbeiter der Technik entkernen gerade das Theater beziehungsweise lagern alle Gegenstände, die nach dem Umbau noch gebraucht werden, in einer angemieteten Halle ein oder befüllen die Müllcontainer“, bestätigte Stadtsprecher Eduard Dinkela auf Anfrage.
Neue Bestuhlung
Der Theatersaal wird dabei nur zum Teil entkernt, wie Kulturevents-Chefin Kerstin Rogge-Mönchmeyer ausführte. Ausgebaut und erneuert wird etwa die Bestuhlung. Es soll ein neues Konzept erstellt und der Zugang zu den Rängen erleichtert werden.
Das Neue Theater wurde 1970 zunächst als Schulaula für das Johannes-Althusius-Gymnasium erbaut.
Es bietet Platz für 600 bis 680 Zuschauer und wird für Veranstaltungen im Bereich Schauspiel, Musiktheater, Show, aber auch für Tagungen genutzt. Normalerweise finden hier auch Eröffnung und Preisgala des Internationalen Filmfestes Emden-Norderney statt.
Nun soll das Haus saniert und zum überregionalen Kulturzentrum umgebaut werden - Arbeitstitel: „Festspielhaus am Wall“. Das Vorhaben ist mit 3,7 Millionen Euro beziffert. 2,3 Millionen Euro Förderung genehmigte das niedersächsische Wirtschaftsministerium. Vom Kulturministerium flossen bereits 360 250 Euro. Die Stadt steuert 500 000 Euro bei.
Dagegen werde das Foyer - das durch ein gläsernes Entrée ersetzt werden soll - komplett entkernt und abgerissen. Noch sind die Ausschreibungen für die Bauleistungen in Vorbereitung, aber nach Einschätzung der Stadt könnte der Abriss des Foyers im Frühjahr erfolgen.
Lesen Sie auch: Noch steht das Filmfest Emden-Norderney im Kalender
Mit Blick darauf, was bei dem mit 3,7 Millionen Euro bezifferten Vorhaben insgesamt noch so alles erneuert (die gesamte Dachkonstruktion), barrierefrei gemacht (Fahrstuhl) und energiesparend aufgerüstet werden soll (Photovoltaik, Wärmedämmung, LED-Beleuchtung) dürfte eines klar sein: Das Neue Theater wird nicht - wie anfangs mal erhofft - für das Emder Filmfest 2021 zur Verfügung stehen können.
Dieses war zuletzt noch für 9. bis 16. Juni terminiert. Doch auch bei einer Verschiebung des Festivals wäre das Neue Theater als Spielort aus dem Rennen - bis ins kommende Jahr hinein. „Wir werden eventuell bis zum 30. Juni 2022 mit dem Bauprojekt fertig sein, planen aber die Wiedereröffnung erst für die dann neue Spielzeit 2022“, sagte Rogge-Mönchmeyer.
Frist von N-Bank gesetzt
Allerdings liege es in der Natur der Sache, dass Bauprojekte immer mit vielen Risiken verbunden sind und oft einige Nacharbeiten zur Folge haben. „Wir setzen natürlich alles daran, das Projekt fristgerecht umzusetzen.“ Gesetzt ist diese Frist durch die N-Bank, weil ein großer Batzen Landesförderung fließt.
Rein theoretisch aber könnte statt des Neuen Theaters die Nordseehalle als Filmfest-Stätte ins Spiel kommen, signalisierte die Betriebsleiterin auf Nachfrage - sofern Corona dies zulasse. Als Impfzentrum sei die Mehrzweckhalle zunächst bis zum 30. Juni 2021 vermietet. „Der vordere Teil, also Halle 1, steht für Veranstaltungen aber weiterhin zur Verfügung, wenn ein weiterer Lockdown nicht dagegen spricht.“ Allerdings seien viele Veranstaltungen aus dem letzten Jahr in die Jahre 2021 und 2022 verschoben worden, so dass der Kalender bereits sehr voll sei.
Filmfest-Geschäftsführerin Nora Dreyer wollte wegen auswärtiger Aktivitäten noch keine Stellungnahme zu dem Thema abgeben. Auch Mitorganisator Rolf Eckard war am Mittwoch verhindert. Er saß per Videokonferenz in der Jury zum renommierten Grimme-Preis.
