Emden - Draußen warten, bei Wind und Wetter, um sich eine Impfung gegen eine Covid-19 Infektion abzuholen: Das wird demnächst in Emden der Vergangenheit angehören. Die Stadt plant, wieder ein stationäres Impfzentrum einzurichten. Cathrin Leuffert, Ärztin im Emder Gesundheitsamt, bezeichnet zwar das geplante stationäre Angebot nicht als Impfzentrum, weil es anders sein wird, als das, das von Januar bis Oktober in der Nordseehalle eingerichtet war. Doch „Impfwillige im Regen stehen zu lassen“, das ist nach Leufferts Einschätzung nicht in Ordnung.
„Wir sind noch dabei, passende Räumlichkeiten zu suchen und das zu organisieren“, sagte die Ärztin gegenüber dieser Zeitung auf Anfrage. Im Gesundheitsamt sei es zu klein, um ein freies Impfen an jedem Donnerstag durchzuführen. Die Nordseehalle sei definitiv zu groß und wird jetzt außerdem für Veranstaltungen benötigt. Leuffert: „Wir brauchen noch ein paar Tage, dann können wir mehr dazu sagen.“
Die Krux war, dass das Land Niedersachsen darauf bestand, die Impfzentren zum Oktober abzubauen. Leuffert: „Alles sollte über mobile Teams laufen.“ Selbst Städten, die im eigenen Gesundheitsamt genügend Platz haben und dort freie Impftermine anbieten wollten, sei das nicht gestattet worden.
Seit gut einer Woche werde dies aber vom Land nicht mehr so eng gesehen. Beim freien Impftermin auf dem Neuen Markt ging Leuffert durch die lange Wartereihe, um vor allem betagten und gehbehinderten Impfwilligen Vortritt zu gewähren. „Heute bei diesem Nieselregen ist das für alle Wartenden schon ziemlich unangenehm. Im Laufe des Winters kann man den Menschen das Warten im Freien doch nicht mehr zumuten“, sagte sie.
