Emden - Seit Montag wird nicht mehr mit dem Impfstoff AstraZeneca geimpft. 1340 Emder haben bereits ihre erste Impfung damit erhalten, darunter Klinikbeschäftigte sowie Beschäftigte in Schulen, Kindertagesstätten, Krippen und Arztpraxen. Sie müssen alle noch eine weitere Impfung mit AstraZeneca erhalten, um den Schutz gegen Covid 19 zu verbessern. Doch ob AstraZeneca überhaupt noch einmal eingesetzt wird, weiß derzeit noch niemand.
Vor allem wächst die Verunsicherung bei denen, die schon zuvor skeptisch waren und sich nicht sofort zu einer Impfung entschlossen haben. „Ich war mir unsicher, aber jetzt ist das noch viel schlimmer. Man weiß gar nicht, ob es richtig war, sich überhaupt impfen zu lassen“, sagte eine Beschäftigte in einer Emder Grundschule auf Anfrage. Offiziell wollte von vielen Befragten nur die Rektorin der Grundschule Constantia, Franziska Petzold, Stellung nehmen. Alle anderen haben gleich abgewinkt oder möchten lieber anonym bleiben.
Für Petzold war es „wichtig und richtig“, sich gegen Corona immunisieren zu lassen. „Ich bin geimpft, und ich bin froh darüber. Ich habe auch keine Angst vor der zweiten Impfung“, sagte sie. Mehr allerdings wollte sie auch nicht verraten: „Ich sage nicht, womit ich geimpft wurde, weil ich die leidige Diskussion um die Impfstoffe nicht noch anheizen will.“
Einige, die sich über das Impfportal des Landes für eine Anti-Corona-Impfung angemeldet und noch keinen Termin bekommen haben, sind aber auch enttäuscht, dass ihre Immunisierung nun noch auf sich warten lassen muss. „Es gibt bei vielen doch den Wunsch, endlich geimpft zu werden, aber am liebsten natürlich jetzt nicht mehr mit AstraZeneca“, sagte eine andere Vertreterin einer Emder Grundschule. Nicht wenige machten auch klar, dass es für sie keine Rolle spiele, welcher Impfstoff benutzt wird. „Hauptsache er wirkt“, sagte eine Beschäftigte einer Praxis.
Doch längst nicht alle, die eine Anti-Covid-Impfung erhalten könnten, lassen sich impfen. Zwar ist die Impfbereitschaft allmählich gestiegen, doch die Nachrichten über tödliche Nebenwirkungen, die nach einer Verabreichung von AstraZeneca vorkommen (auch wenn sie sehr selten sind), könnten die Bereitschaft sinken lassen. Das befürchtet auch die Emder Impfärztin Cathrin Leuffert. Schon bei den allerersten Diskussionen um AstraZeneca hatte sie darauf hingewiesen.
Eigentlich sollten jetzt auch die Verwaltungsmitarbeiter der Krankenhäuser eine Immunisierung gegen Covid-19 bekommen. Doch weil der Impfstoff nicht verwendet werden darf, ist das erst einmal verschoben, teilte Johannes Booken von der Pressestelle der Kliniken in Emden, Aurich und Norden auf Anfrage gestern mit.
