Emden - Eine Seriensiegerin und eine Debütantin haben den Emder Gartenwettbewerb 2021 gewonnen. Bei den Vorgärten verteidigte Ilse Bartels (74) aus Larrelt ihren Titel vom Vorjahr mit einem „Zaubergarten“ aus farblich fein abgestuften Stauden. Bei den Naturgärten trug Gersvind Meyer (80) aus Uphusen mit ihrer versteckten Oase voller Duft- und Guck-Erlebnisse den Sieg davon.
Ins Leben gerufen wurde der Vorgartenwettbewerb bereits im Jahr 1950. Er sollte dazu beitragen, die Stadt Emden nach dem zweiten Weltkrieg zu verschönern. Bei einem Englandbesuch von Senator Dr. C. Cassens wurde vom Rotary Club of New Malden, Sussex, der silberne Wanderpokal gestiftet. Im ersten Jahr meldeten sich 28 Teilnehmer, 1957 waren es schon 62.
Ein weiterer Wettbewerb kam 2019 hinzu. Seitdem werden auch naturnahe Haus- und Nutzgarten in Emden prämiert. Dieses geschieht in einem eigenen Wettbewerb, da diese Gärten meist hinter dem Haus liegen und daher von der Straße aus nicht einsehbar sind.
In diesem Jahr gab es 46 Teilnehmer im Bereich Vorgarten und elf im Bereich Naturgarten.
Die diesjährigen Gewinner - beim Vorgartenwettbewerb: 1. Ilse Bartels (Fraunhoferstraße 12), 2. Lieselotte Brinkmann (Wacholderweg 37a), 3. Grete Kahl (Pünteweg 1) und Hans Konken-Warias (Pünteweg 3). Beim Naturgartenwettbewerb: 1. Gersvind Meyer (Riepster Weg 9), 2. Helga Janßen (Midlumer Reihe 6) und Wolfgang Arzberger (Robert-Bunsen-Straße 12), 3. Frauke Buhl (Eintrachtweg 3).
Trotz Dauerregens ließen sich Jannes Utecht und Elfriede Bracklo vom Bau- und Entsorgungsbetrieb nicht davon abhalten, den Gewinnerinnen die frohe Kunde samt Wanderpokal, Urkunde und Preisgeschenken persönlich zu überbringen. Ilse Bartels (auch schon 2015 und 2016 siegreich) strahlte vor Freude, als sie hörte, wie eindeutig die Jury (Utecht, Bracklo, BEE-Abteilungsleiter Herbert Buß, Gartenbaumeister Mathias Janßen und Ratsmitglied Horst Götze) sie zur Vorgarten-Königin gekürt hatte. In allen Bewertungsfeldern (Artenvielfalt, Gestaltung und Pflegezustand) habe sie klar vorn gelegen, sagte Utecht. „Hier blüht das ganze Jahr über was“, ergänzte Bracklo, „und es ist nicht viel schwarze Erde zu sehen.“
Hat ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigt: Ilse Bartels (74) aus Larrelt ist aus 2021 Emdens Vorgarten-Königin.
„Die müssen sie bei mir suchen“, bestätigte Bartels lachend. Denn auch, wenn sie der Giersch im Frühjahr ein bisschen ärgert, darf Unkraut bei ihr wachsen. Futter für Insekten und Vögel zu bieten, ist ihr eben wichtig. Und das meiste wird sowieso von Rosen, Hortensien, Gräsern und einer wahren Stauden-Flut (links in Gelb-Orange-Rot, rechts in Rosa-Lila-Weiß) überdeckt. Beispiele gefällig? Sonnenhut, Aster, Fetthenne, Phlox, Frauenmantel, Verbene, Herbstanemone... Bei der Dekoration dagegen setzt sie auf Einzelakzente. Den Beton-Gugelhupf am Eingang hat sie selbst gemacht und ebenfalls bepflanzt – mit Hauswurz.
Das Credo von Ilse Bartels: Traue nicht dem Ort, an dem kein Unkraut wächst.
Sie hat den schönsten naturnahen Hausgarten Emdens 2021: Gersvind Meyer (80) aus dem Riepster Weg in Uphusen.
Total aus dem Häuschen war Gersvind Meyer, als sie das Preis-Set für den schönsten Naturgarten entgegennahm. Dieses war vom Ökowerk noch um einen Korb Äpfel samt Nisthilfe, Falterfreunde-Schild und Apfelbaum-Gutschein aufgestockt worden. Verdient hat sie sich das. Durch die Tür mit der Aufschrift „Garten Eden“ betritt man erst einen Terrassen-Traum in Blau und Weiß, wandelt danach durch Duftwolken von Strauchbasilikum, um dann überrascht zu stoppen angesichts des Paradieses, das sich vor einem ausbreitet. „Anfangs hatten wir nur Rasen als Spielfläche für die Kinder, ein paar Staudenbeete und Tannen drum herum“, erzählte Meyer.
Im Naturgarten von Gersvind Meyer gibt es überall entlang der geschwungenen Wege etwas zu entdecken.
Die Kinder wurden groß, die Tannen kippten eine nach dem anderen im Sturm um. Ein Teich und immer mehr Pflanzen hielten Einzug. „Im Frühjahr blüht es gelb, dann blau-weiß, und im Herbst rosa“, sagte sie. Auch hier finden sich Hortensien, Fetthenne, Rosen (ihr Liebling ist Klettermaxe „Raubritter“), dazu geschwungene Wege, Nischen, Nist- und Futterstellen – mit dem Effekt, dass man jeden Tag woanders sitzen und sich dabei in einem völlig anderen Garten wähnen könnte.
