Emden - Die wirtschaftlichen Probleme der Krabbenfischer, die Auswirkungen des Brexits auf die deutsche Hochseefischerei oder die gerade drastisch gekappten Fangquoten in der Ostsee – das sind einige der Themen mit der sich der Deutsche Fischerei-Verband auf seinem diesjährigen „Deutschen Fischereitag“ in Emden befassen wird – auf historischem Boden gewissermaßen. Zu der dreitägigen, hochkarätig besetzten Veranstaltung werden rund 200 Branchenvertreter der Hochseefischerei, der Kutter- und Küstenfischerei, der Binnenfischerei und der Angelfischerei sowie Vertreter aus Wissenschaft und Politik in der Seehafenstadt erwartet.
Festveranstaltung zum 150-jährigen Bestehen
Nachdem das alljährliche Treffen im vergangenen Jahr wegen Corona ausfallen musste, holt der Verband hier jetzt vom 2. bis zum 4. November auch die Jubiläumsveranstaltung zu seinem 150-jähriges Bestehen nach. Dazu wird eine Video-Botschaft von Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet.
„Der Deutsche Fischerei-Verband vereint mehrere Fachverbände unter seinem Dach, die den Fischereitag jedes Jahr zum Austausch nutzen“, sagte Pressereferent Claus Ubl. Dahinter stehen immerhin insgesamt rund eine Million Mitglieder. Der Austausch beziehe sich ausdrücklich auch auf die Vertreter der Politik, die den Verbandstag regelmäßig besuchen würden. „Deshalb wird die schwierige Situation der Hochseefischerei nach dem Brexit sicherlich ebenso ein Thema sein wie die gerade beschlossenen Fangquoten für die deutschen Ostsee-Fischer zur Sprache kommen“, ist Ubl überzeugt. Auch die schwierige wirtschaftliche Situation der Kutterfischer entlang der deutschen Küsten soll analysiert werden. Zur Eröffnung des Fischereitages werden die Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Beate Kasch, und die niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Barbara Otte-Kinast, ins Emder Hotel Faldernpoort kommen.
Wie brisant die Themen des Fischereiverbandes sind, haben die vergangenen Wochen gezeigt. Da ging es beispielsweise darum, dass die deutschen Küstenfischer an der Ostsee im nächsten Jahr weitere harte Einschnitte hinnehmen müssen, nachdem die Quote für den westlichen Hering um weitere 50 Prozent reduziert worden ist, die Quote für die des westlichen Dorschs sogar um 88 Prozent. Es ging zuletzt aber auch um einen regelrechten Fischerei-Krieg zwischen Fischern aus der EU und aus Norwegen. Und in Niedersachsen kämpfen die Krabbenkutter seit gut zwei Jahren – wieder einmal – um ihre Existenz.
Zahlreiche Fachvorträge zum Schutz der Meere
Der Wissenschaftliche Beitrat des Verbandes wird die dreitägige Veranstaltung in Emden zudem mit zahlreichen Fachvorträgen begleiten. Unter anderem geht es dabei um den Schutz der maritimen Artenvielfalt vor dem Hintergrund der unterschiedlichen politischen Strategien.
Dazu sind Fachleute und Wissenschaftler unter anderem vom renommierten Alfred-Wegener-Institut und des Thüne-Instituts für Seefischerei in Bremerhaven oder des Helmholtz-Zentrums für Meeresschutz und Meeresnutzung angekündigt.
