Emden - Der 28. Emder Museumstag ist nicht ins Wasser gefallen: Trotz mehrerer heftiger Regenschauer haben sich bis zum Abend zahlreiche Gäste in sieben der teilnehmenden Museen eingefunden – man war durchweg zufrieden. Unter dem Wetter litt das Bunkermuseum besonders – das achte Museum, das sich am 28. Emder Museumstag beteiligte, ist derzeit geschlossen. Man wich deshalb in eine Holzhütte auf dem Alten Markt aus, wo gestern eine zentrale Veranstaltung den Museumstag und den zeitgleich stattfindenden verkaufsoffenen Sonntag verknüpfte. Besucherzahlen lagen am Abend noch nicht vor.
Mehrere Museen hatten sich Besonderes einfallen lassen. So boten die „Freunde der Seefahrt“ in den Räumen ihrer maritimen Sammlung eine Äquatortaufe auf norddeutsche Art an. Eine liebevoll gestaltete Urkunde mit dem Taufnamen, einem Fischnamen, bekamen die Täuflinge obendrein. So darf sich Vereinsmitglied Heinz Peters nun auch „Hering“ nennen – weil er „am heutigen Tage vom Schmutz der Nördlichen Halbkugel gereinigt“ wurde, wie der Taufschein bestätigt. Die Museumstagbesucher hatten ihre helle Freude an dem Ritual, das sich eng an die Äquatortaufe der Schifffahrt anlehnt und am Sonntag von Vereinsmitglied Peter Krämer durchgeführt wurde.
Unermüdliche Helfer: Die Jugendfeuerwehr Emden-Stadtmitte hatte auf dem alten Markt einen eigenen Stand und begleitete zudem den Ottifantenlaternen-Lauf.
Ein Dankeschön für Musik im Regen: Heike Klus, Inhaberin von Tabak-Jacobs, servierte einer der niederländischen Straßenbands eine Stärkung.
Neuer Name: Seit seiner „norddeutschen Äquatortaufe“ am Sonntag darf sich Heinz Peters auch „Hering“ nennen.
Neptun hatte einen Vertreter: Peter Krämer sprang ein.
Das Bunkermuseum musste auf den Alten Markt ausweichen. Der Banjospieler zählte nicht zum Team – er suchte Schutz vor dem Regen.
Neu eingerichtet und nun originalgetreu: Die Kombüse des Museums-Heringsloggers „AE 7 Stadt Emden“. Dieter Glatthor erklärt sie.
Führung mit Kuratorin Samira Kleinschmidt durch die Radziwill-Ausstellung der Kunsthalle.
In der Rüstkammer des Ostfriesischen Landesmuseums führte Aiko Schmidt durch die Waffensammlung.
Im Ostfriesischen Landesmuseum gab es Kurzführungen, unter anderem durch die Rüstkammer. Aiko Schmidt erklärte dabei beispielsweise, wie die Rüstkammer zustande kam – und dass die dort gezeigten Waffen meist gar nicht bei Kampfhandlungen eingesetzt wurden: Das überließ man in der Zeit der Wallbüchsen und Piken Söldnern, die ihre eigenen Waffen mitbrachten. Den rund 25 Kilogramm schweren Wallbüchsen stellte er kein gutes Zeugnis aus: Man habe damit treffen können – aber nicht unbedingt das, worauf man gezielt hat.
Die Kunsthalle bot ihren Gästen am Museumstag eine Reihe von Führungen durch die verschiedenen Ausstellungen, die gerade in dem Museum laufen. So brachte Kuratorin Samira Kleinschmidt ihren Zuhörern Leben und Arbeit von Franz Radziwill näher. Auch auf dem Wasser hatte der Museumstag zwei Stationen zu bieten.
Der Museums-Rettungskreuzer „Georg Breusing“ war über die Toppen geflaggt; Besucher konnten sich die Technik des einst im Borkumer Hafen stationierten Kreuzers erklären lassen. Im Museumslogger „AE 7 Stadt Emden“ stand den Interessierten unter anderem die Ausstellung zur Emder Heringsfischerei offen. Wer sich auf einen Rundgang einließ, stellte erstaunt fest, dass Komfort für die Besatzung beim Bau eines solchen Heringsloggers offensichtlich nicht im Auftragsbuch stand.
Auch die Johannes a Lasco-Bibliothek beteiligte sich am Museumstag – wer den Weg in die Bibliothek fand, profitierte von einem Datumszufall: Am Sonntag war die Ausstellung „Emder Synode von 1571“ zum letzten Mal zu sehen.
Ein Sonderfall ist das Bunkermuseum: Weil die neuen Brandschutzbestimmungen nicht eingehalten werden können, hat der Museumsverein seinen Bunker schließen müssen. Jetzt hofft man auf eine Lösung – die im Optimalfall aus den hunderttausenden Euro besteht, die die Umbauten kosten würden. Leider ist das unwahrscheinlich, wie die Unterstützer der Bunkermuseums-Idee derzeit mutmaßen.
