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NWZonline.de Region Ostfriesland

Gedenkstätten werden im Landkreis Aurich erforscht: Historisches Pfarrhaus bündelt Gedenken an Nazi-Opfer

22.10.2021

Engerhafe Beim Verein KZ Gedenkstätte Engerhafe sollen die Fäden für die rund 80 Gedenkstätten gebündelt werden, die es im Landkreis Aurich während des Dritten Reiches gegeben hat. Der Verein KZ Gedenkstätte konnte für diese Aufgabe die Historikerin Dr. Simone Erpel gewinnen, die sich gegen 38 Mitbewerber durchsetzte. Das teilte die Vorsitzende des Vereins KZ Gedenkstätte, Hilke Osterwald, mit. Die Initiative für die Aufarbeitung dieses Kapitel in der Geschichte hat der Landkreis Aurich ergriffen. Simone Erpel ist seit 1. September als hauptamtliche Mitarbeiterin für die KZ Gedenkstätte tätig. „Wir erforschen die Grundlagen und wollen die Kontakte zu den Menschen vor Ort herstellen und bündeln“, sagte Simone Erpel. Eine Dauerausstellung soll im historischen Pfarrhaus Engerhafe bis 2023 als außerschulischer Lernort konzipiert werden.

Viele Zwangsarbeiter starben im Dritten Reich

Der Verein KZ Gedenkstätte hat es sich zur Aufgabe gemacht, an die Opfer des Dritten Reiches zu erinnern, die 1944 im KZ Engerhafe ermordet wurden. Sitz des Vereins ist das historische Pfarrhaus in Engerhafe, eines der ältesten Steinhäuser aus der ostfriesischen Häuptlingsherrschaft im späten Mittelalter. Dort wurde in Nachbarschaft zur lutherischen Kirche im Winter 1944 für drei Monate das KZ Engerhafe als Außenstelle des KZ Neuengamme bei Hamburg errichtet, 188 Menschen starben.

Plant eine Ausstellung im alten Pfarrhaus Engerhafe: Dr. Simone Erpel. Bild: privat

Insgesamt gab es in Ostfriesland rund 300 Orte, in denen Zwangsarbeiter beschäftigt und untergebracht waren. „Viele der Menschen waren in der Landwirtschaft tätig“, betont Simone Erpel. „Nicht überall erinnert ein Gedenkstein an die Schicksale“, sagte sie. Aufgearbeitet wird unter anderem die Aufarbeitung der kaum bekannten Geschichte des Frauenarbeitslagers auf dem Gebiet des früheren Marinearsenals in Dietrichsfeld/Tannenhausen. Dort waren rund 80 Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine untergebracht, neben zwangsverpflichteten Deutschen, die Pulversäckchen nähen mussten. Viele andere Zwangsarbeiter waren in Ostfriesland in der Landwirtschaft eingesetzt.

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Fördergelder kommen aus vielen Töpfen

Für das historische Pfarrhaus in Engerhafe ist der Fahrplan auf dem Weg in die Zukunft jetzt festgeklopft worden. Im Januar wird unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes mit der Renovierung der Innenräume begonnen.  Gefördert wird das Gesamtprojekt mit 390000 Euro Fördergeld aus den Töpfen der Stiftung Niedersächsischer Gedenkstätten, ELER-Förderung für niedersächsische Regionen, LEADER der EU, des Landkreises Aurich, der Stadt Aurich Gemeinde Südbrookmerland und Kirchengemeinde Engerhafe. Ein Vortrag von Jan van Hoorn über die Zwangsarbeit im Dritten Reich zum Thema „Die Männer in Putten“ findet am Samstag, 23. Oktober um 15.30 Uhr, in der Begegnungsstätte Gulfhof Ihnen in Nachbarschaft zum historischen Pfarrhaus und der Kirche Engerhafe statt. Im Oktober 1944 wurden das niederländische Dorf Putten von der Wehrmacht zerstört. 661 Männer kamen in Konzentrationslager, 552 verloren ihr Leben, zwölf davon in Engerhafe. Am Sonntag, 11.30 Uhr, findet ein Gang vom Güterschuppen Aurich zum Mahnmal am Panzergraben in Sandhorst statt.

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